Sondrio, deutsch Sonders, Hauptstadt der ital. Provinz gleichen Namens (s. Veltlin), liegt 365 müber dem Meere am Eingange des Malencothals, zu beiden Seiten des Malero, eines wilden verheerenden Bergwassers, das durch feste Steindämme gebändigt, 1, km südlich von der Stadt in die Adda mündet. Die Stadt hat enge, unsaubere Straßen, hohe düstere Häuser, ein altes Kastell, das jetzt als Kaserne dient, eine sehenswerte Hauptkirche mit altertümlichem Turme und guten Gemälden, ein Theater, ein Gymnasium und ein Hospital, ist der Sitz eines Präfekten, eines Gerichtshofs, einer Handels- und Gewerbekammer und Kopfstation der veltliner Bahn Colico-S. (1886 im Bau) und zählt (1881) als Gemeinde 6990 E., welche Landwirtschaft, namentlich Weinbau, Weberei und Handel treiben. Bei der 3 km westlich auf einem Felsenvorsprunge auf Galerien erbauten Kirche Sassella wächst der feinste veltliner Wein; andere geschätzte Weine der Umgegend sind der Inferno und der Montagna.