Sonnentau (Droséra J.), Pflanzengattung aus der Familie der Droseraceen. Man kennt gegen 100 Arten, die eine sehr ausgedehnte Verbreitung sowohl in der Alten, als auch in der Neuen Welt besitzen. Es sind kleine, zarte, perennierende Kräuter mit merkwürdig gestalteten, in eine grundständige Rosette gestellten Blättern. Dieselben, stets einfach, ganz, langgestielt, sind an ihren Rändern oder an ihrer ganzen obern Fläche mit purpurfarbenen, fadenförmigen, am Ende kopfig verdickten (gleichsam mit glänzenden Tauperlen versehenen) Fortsätzen besetzt, welche eine klebrige Masse ausscheiden und einen hohen Grad von Reizbarkeit besitzen. Sobald sich nämlich eine Mücke oder ein anderes kleines Insekt auf die Blätter setzt, wird dasselbe nach kurzer Zeit von diesen Fäden umklammert und festgehalten. Aus der Blattrosette erheben sich zarte Blütenschäfte, welche in eine Wickeltraube kleiner Blüten endigen, die aus einem fünfblätterigen Kelche und einer fünfblätterigen weißen Blumenkrone bestehen. Die Frucht ist eine einfächerige, mit 3—5 Klappen aufspringende Kapsel. Die wenigen in Europa vorkommenden Arten wachsen auf Torfboden in den Polstern der Torf⸗ oder Wassermoose. Die verbreitetste Art ist der rundblätterige S. (Drossra rotundifolia L.), ein Pflänzchen mit 8 — 15 em hohen Blütenschäften, welche ehedem als Herba Rorellae s. roris solis gegen Wechselfieber und Wassersucht medizinisch angewendet wurden. Sämtliche Arten der Gattung S. gehören zu den sog. fleischfressenden Pflanzen; denn die von den Blättern festgehaltenen kleinen Tiere werden teilweise aufgelöst und für die Ernährung dieser Gewächse nutzbar gemacht. (Vgl. Fleischfressende Pflanzen und die dazu gehörige Tafel, Fig. 5.)