Sonnenthal (Adolf, Ritter von), ausgezeichneter Schauspieler, geb. 21. Dez. 1834 zu Pest, war Schneider, bevor es ihm gelang, in Wien die Aufmerksamkeit Dawisons auf sich zu lenken und diesen zu veranlassen, ihn für die Bühne auszubilden. Am 30. Okt. 1851 debütierte S. als Phöbus (Glöckner von Notredamer) in Temesvär, blieb hier bis 1852 und wirkte dann in Hermannstadt, Graz und Königsberg. Im J. 1856 gastierte S. als Mortimer Wiener Burgtheater, wurde nach der zweiten Gastrolle sofort auf drei Jahre und nach Ablauf dieser auf Lebenszeit engagiert. Im J. 1870 wurde er zum Regisseur, 1884 zum Oberregisseur und Stellvertre-1 ter des Birektors ernannt. Wie am Burgtheater erzielte S. auch auf seinen Gastreisen, die ihn bis nach Amerika führten, glänzende Erfolge. m Konversationsstück ist S. ohne ebenbürtigen ivalen, sowohl was geistige Auffassung wie elegante Ausführung anlangt. Auch in klassischen Rollen, wie; Tell, Wallenstein, Faust u. a., ist er vorzüglich. Im J. 1881 wurde S. durch Verleihung des Ordens der eisernen Krone in den Adelsstand erhoben.