FeedSpartäcus
GeschichteBrockhaus 1882

Spartäcus, ein Thraker, Anführer der empörten röm. Sklaven im Sklavenkrieg, entfloh mit etwa 70 Gladiatoren, Thrakern und Galliern 73 v. Chr. aus der Übungsschule eines Lentulus in Capua und setzte sich am Vesuv fest. Durch viele Flüchtlinge verstärkt, die ihn zum icht Uoz eine wählten, war er bald im Stande, nicht bloß eine kleinere, eilig zusammengeraffte Mannschaft, sondern auch den Prätor Publius Varinius Glaber und seinen Unterbefehlshaber zu schlagen, und gewann die Obergewalt in Campanien und einem Teil Lucaniens und Bruttiums. Im J. 72 trennte sich ein Teil seiner Scharen, die ungeheuer angewachsen waren, von ihm unter Crixus, einem Gallier, den am Berge Garganus in Apulien ein Unterfeldherr des Konsuls Lucius Gellius, der Prätor Quintus Arrius, schlug und tötete. S. aber, der über die Apenninen ging, schlug erst den andern Konsul, Gnäus Lentulus Clodianus, dann den Gellius, hierauf den eben noch siegreichen Arrius, endlich den Statthalter des diesseitigen Gallien Gajus Caf sius und den Prätor Gnäus Manlius. Schon stand er im Begriff, sein großes Vorhaben zu verwirllichen und die Sklaven über die Alpen in ihre Heimat und die Freiheit zu führen, als die Seinen, die vor allem Rache und Beute suchten, ihn nötigten, zurückzukehren. An Rom vorbei zog er wieder nach Lucanien. Jetzt wurde dem bekannten Marcus Licinius Crassus (s. d.), als Prätor, der Befehl üder das auf acht Legionen gebrachte Heer gegen S. gegeben. S. erlitt auch von Crassus selbst eine Niederlage und zog sich in die südlichste Spitze Bruttiums zurück. Er wollte von hier aus nach Sicilien eine Abteilung überführen lassen, um den Aufstand auch dort anzufachen, ward aber von den dazu bezahlten Piraten verräterisch im Stiche gelassen. Crassus schloß ihn nun durch einen Wall, der die bruttische Landspitze absperrte, vom übrigen Italien ab. Doch S. schlug sich in einer kalten Nacht des Winters 72/71 v. Chr. durch. Aber wiederum verließ ihn ein Teil der Seinen, Gallier und Germanen, die von Crassus in einer ersten Schlacht, wo sie S.“ Erscheinen vor dem Untergang rettete, besiegt, in einer zweiten, in der 12300 Sklaven fielen, aufgerieben wurden. S. aber wurde nach einem Erfolge uber des Crassus Legaten von den Seinen genötigt, die feste Stellung, die er bei Petelia im bruttischen Gebirge genommen hatte, zu verlassen. Auf dem Marsch traf er in Lucanien mit Crassus zusammen und fiel mit dem größten Teil seines Heeres. Vgl. Schambach, Der italische Sklavenaufstande (Berl. 1872). partel (span. Cabo Espartel, arab. Räs Ischberdil), die Nordwestspitze Afrikas, Vorgebirge an dem Westeingang der Straße von Gibraltar, Ikm westlich von der maroktan. Stadt Tanger; im Altertum Cotes oder Ampelusia Promontorium.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 54Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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