FeedSpee (Friedr. von)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Spee (Friedr. von), trefflicher geistlicher Dichter, eb. 25. Febr. 1591 in oder bei Kaiserswerth am Rhein, trat 1610 in den Jesuitenorden, lehrte eine Zeit lang die schönen Wissenschaften, Philosophie und Moraltheologie zu Köln und hielt sich dann in Angelegenheiten seines Ordens in den Rheinlanden auf. Gegen die Hexenprozesse kämpfte er in seiner „Cautio criminalis, seu de processibus contra Sagas libero (Rinteln 1631) an. Mit der ganzen Gewalt der Religion und der Wahrheit erhob er sich gegen den Glauben an Hexen und Hexenwerk, der durch ihn gebrochen wurde im kath. Deutschland, wie er später gestürzt wurde durch Thomasius in den übrigen Gauen Deutschlands. S. starb 7. Aug. 1635 zu Trier. Erst nach seinem Tode erschien seine „Trutz-Nachtigall, oder geistlichs-poetisch Lustwäldlein (Köln 1649; neue Ausg. von Brentano, Berl. 1817; dieselbe: verjüngt von K. Simrockv, Heilbr. 1876; neueste Ausg. von Balke, Bd. 13 der „Deutschen Dichter des 17. Jahrh.», Lpz. 1879), eine Sammlung geistlicher Lieder, aus welchen eine tiefe, fromme Empfindung in einer trefflichen Sprache spricht. Minder bedeutend ist sein in Prosa geschriebenes, aber mit schönen Liedern durchwebtes „Güldenes Tugentbuch u. s. w.» (Köln 1649 u. öfter; erneuert und sprachlich überarbeitet, 2 Bde., Kobl. 1829). S. wendete, unabhängig von Opitz, richtigere metrische Gesetze an als alle seine Vorgänger, sonst aber bildet er gegen die meisten seiner Zeitgenossen dadurch einen Gegensatz, daß er nur sein unmittelbares Gefühl dichterisch, oft im echten Volkston ausspricht. Vgl. Diel, „Friedrich von S. Eine biographische und litterarhistor. Skizzer (Freiburg i. Br. 1873). — Seine Familie, die 1739 in den Grafenstand erhoben wurde, ist reich begütert, namentlich im Bergischen, wo ihr Ahnensitz, Heltrop, von dem Grafen Franz Joseph Anton von S. (gest. 14. Mai 1839) erneuert wurde.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 58Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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