FeedThesaurus (grch.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Thesaurus (grch.), altertümlich thensaurus, eigentlich der Schatz, nennt man gewöhnlich jede in einem größern Werke niedergelegte wissenschaftliche Sammlung, worin ein ganzes Gebiet der Sprache oder Gelehrsamkeit von einem Verfasser oder auch von mehrern behandelt wird. Am bekanntesten und berühmtesten ist der zuerst von Henricus Stephanus (geb. in Paris 1528) unter diesem Titel verfaßte Thesaurus linguae Graecaey (5 Bde., Genf 1572) und das Dictionarium seu Thesaurus linguae Latinaen (1531) von Rob. Stephanus, sowie der Novus linguae et eruditionis Romanae Thesauruso von Joh. Matth. Gesner (1735) und der Thesaurus eruditionis scholasticaer von Basil. Faber (Opz. 1710); in gleicher Weise schrieb auch Suicer (1619—84) den für den Sprachgebrauch der griech. Kirchenväter wichtigen „Thesaurus Graecus ecelésiasticus v. In neuerer Zeit veröffentlichte Gesenius einen Thesaurus linguae Hebraicae et Chaldaeaer (1835), zum Abschluß gebracht von E. Rödiger (1858). Eine umfassende Zusammenstellung von Schriften, Aufsätzen und Abhandlungen aller Art über das röm. Altertum enthält der Thesaurus antiquitatis Romanae von Grävius und von Sallenger (1694 1703), über die griech. Antiquitäten der Thesaurus Graecae antiquitatiso von Jak. Gronov (1697 —1702) und über die deutschen Altertümer der Thesaurus antiquitatum Teutonicarumo von Schilter und von Scherz. Doch wählte man schon frühzeitig auch andere ähnliche Namen, wie Sylloge, Syntagma, Corpus u. dgl.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 629Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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