Sphagnum Ehrh. Torfmoos) eine Gattung aus der Gruppe der Laubmoose. Man kennt gegen 20 Arten, die fast über die ganze Erde verbreitet sind und stets auf feuchten Stellen, besonders auf moorigem Boden wachsen. Sie bilden einiger Eigentümlichkeiten halber, durch die sie sich von den übrigen Laubmoosen unterscheiden, eine eigene Familie, Sphagnaceen, die als vermittelndes Glied zwischen Laub⸗ und Lebermoosen steht. Während bei den Laubmoosen die sog. Seta, d. h. der das eigentliche Sporogonium tragende Stiel sich im Archegonium entwickelt und somit die Kapsel samt dem Stiele als ein besonderes Pflänzchen auf dem eigentlichen Moose aufsitzt, wird bei S. die Seta aus dem das Archegonium tragenden Zweig gebildet und der basale Teil des erstern bleibt an der Spitze dieser Seta, die man in diesem Falle als Pseudopodium bezeichnet, direkt unter dem Sporogonium als unregelmäßig zerrissene Hülle sitzen. Die sog. Haube sehlt den Sphagnumarten ganz, da beim Wachstum der Kapsel das Archegonium zwar zerrissen wird, aber dessen Reste nur am Grunde des Sporogoniums zurückbleiben. Das letztere öffnet sich wie bei den übrigen Laubmoosen mittels eines Deckels, um die Sporen austreten zu lassen, die aber nicht mit Schleuderzellen oder Elateren, wie bei den Lebermoosen, vermischt sind. Die sog. Columella geht nicht bis zur Spitze der Kapsel, sondern bildet nur eine flache Erhebung am Grunde derselben. Der anatomische Bau der Blätter und Stengel unterscheidet sich ebenfalls von dem der Laubmoose. Die Blätter besitzen keinen Nerven, sie sind aus einer einzigen Lage von Zellen zusammengesetzt, die zum Teil farblos, zum Teil Chlorophyll führen: die erstern sind groß und ziemlich lang gestreckt, sie besitzen spiralige Verdickungen, wie die Tracheiden vieler höherer Gewächse, und haben außerdem zahlreiche rundliche Löcher auf ihren Wänden; die letztern dagegen sind bedeutend kleiner und erhalten reichlich Chlorophyll. Die Stämme sind mit einer mehrschichtigen Hulle farbloser Zellen umgeben, die eine ganz ähnliche Gestalt wie die spiralig verdickten Zellformen der Blätter haben. Diese eigentümlich verdickten Zellen an Stamm und Blatt sind es, welche den Sphagnumarten eine wichtige Bedeutung für das Wachstum der dichten Moosrasen auf den Mooren verleihen. In ihrem Lumen wird das Wasser durch Capillarität nach oben geleitet und es können so die Spitzen der Moospflänzchen fortwährend weiter wachsen, wobei 1 das nötige Wasser durch die untern, zum Teil schon abgestorbenen Partien zugeführt wird. Infolge dessen entstehen dichte Polster, die, wenn reichlich Feuchtigkeit vorhanden ist, sich wie ein Schwamm ansdrücken lassen und selbst bei länger andauernder Trockenheit doch ziemlich viel Wasser aus den tiefer liegenden Partien der Moore aufsaugen können. Die Sphagnumarten sind aus diesen Gründen für die Bildung der Moore von hoher Bedeutung, sie bewirken die Torfbildung und durch ihr fortschreitendes Wachstum wird die Decke der Moore immer dicker. Die häufigsten Arten sind 8. cymbifolium Ehrh. mit breitrundlichen Blättern, S. cuspidatum EMrhk. mit länglichen Blättern, S. acutifolium Ehrh. und S. squarrosum Pers.