Spezifische Mittel (Specißeca), im allgemeinen solche Heilmittel, welche eine eigentümliche Wirkungsweise haben. In der homöopath. Schule sind Spezisika solche Mittel, welche eigentümliche Somptome hervorrufen und infolge dessen in Krankheitsfällen dann, wann sich jene Symptome zeigen, anzuwenden sind. Bei Rademacher sind Spezifika (die Eigenmittel, wie er sie nennt) jene Arzneien, «unter deren Heilgewalt eine Krankheit (eines einzelnen Organs oder des Gesamtorganismus) stehto, welche man eben daraus, daß dies Mittel hilft, ertennen kann, und die dann von demselben Mittel ihren Namen erhält (. B. Schöllkrautkrankheit, Kupferkrankheit, CEisenpneumonie). In der wissenschaftlichen Medizin endlich bezeichnet man als Spezifika teils solche Mittel, welche empirisch, oft seit alten Zeiten, in gewissen Krankheitsformen heilsam befunden worden sind (wie 3z. B. das Quecksilber bei Syphilis, das Chinin in Wechselsiebern, die Jodmittel gegen Kröpfe), teils solche, welche erfahrungsgemäß immer vorzugsweise auf bestinmite einzelne Organe wirken (wie z. B. Belladonna auf die Pupille, Digitalis auf das Herz, Aloé auf den Dick⸗ und Mastdarm). In den meisten Fällen ist die Wirkungsweise der spezifischen Mittel noch völlig unklar.