FeedSpindel
TechnikBrockhaus 1882

Spindel (frz. fuseau, broche, arbre, vis, verge; engl. spindle, arbor, journal, mandril, screw, verge), im allgemeinen ein langer, dünner, ein- oder beiderseitig zugespitzter Körper, daher das derartig geformte, in einem an beiden Enden zuge-Conversations-Lexikon. 13. Aufl. XV. spitzten, unten mit einem Schwungring versehenen Stäbchen bestehende Werkzeug, welches von alters 86 zum Spinnen gebraucht wurde, in übertragener edeutung das dem Faden die Drehung erteilende Organ der Spinnräder und Spinnmaschinen; im Maschinenbau ein um seine Achse beweglicher cylindrischer oder vierkantiger Körper oder auch eine Achse, um welche sich ein anderer Maschinenteil in schraubenförmiger Linie bewegt, überhaupt eine dünne stehende Welle. (S. Drehbankspindel unter Drehbank, Bohrspindel unter Bohrer und Bohrmaschinen, Schraubenspindel unter Schrauben.) Bei Mahlgängen (l. unter Mehlfabrikation) heißt S. derjenige Teil, welcher den Läuferstein trägt und in Rotation versetzt, bei den Spindeluhren (s. unter Uhren) die Welle der Unruhe; beim Glockengieß en (s. unter Metallguß und unter Eisengießerei) das vertikale Eisen, an welchem die Schablone befestigt wird. In der Nadelfabrikation bezeichnet man als S. ein schraubenartiges Drahtröhrchen, aus welchem die Stecknadelköpfe geschnitten werden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 81Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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