Spinat (Spinacia, s. Tafel: Gemüse I, Fig. 21), eine zur Familie der Chenopodeen gehörende Pflanzengattung mit zweihäusigen Blüten. Die männlichen bestehen aus einer vier-bis fünfblätterigen Blütenhülle und vier bis fünf Staubgefäßen, die weiblichen aus einer bauchig-röhrigen, in zwei bis vier Zipfel gespaltenen Hülle und einem Fruchtknoten mit vier Griffeln. Die kleine, einsamige rucht (lein Nüßchen) ist hart und zum Teil mit der lütenhülle verwachsen. Der S. stammt aus dem Orient und kam durch die Araber nach Spanien, von wo er sich weiter in Europa verbreitete. Man kultiviert allgemein zwei Arten, den gemeinen Spinat (S. oleracea), und zwar in zwei Varietäten, nämlich mit ungehörnter Frucht und mit Früchten, welche zwei bis vier stachelartige Hörnchen tragen, und den holländischen Spinat (S. glabra Mill), welcher bis 0,8e m hohe, kahle, gefurchte Stengel treibt und große (bis 0,16 mlange und 0,056 m breite) länglich-eiförmige, am Grunde pfeilförmige Blätter hat. Beide Arten sind einjährige Pflanzen, können aber durch Herbstaussaat in zweijährige umgewandelt werden (Winterspinat). Der im Frühling und während des Sommers ausgesäete (Sommerspinat) schoßt bald in die Blüten und wird dann rasch hart und gelb. Der S. gibt ein beliebtes, gesundes Gemüse, das einen beträchtlichen Gehalt an Eisen besitzt, schwachen Verdauungskräften zusagt und sich besonders zur Krankenspeise eignet. In Ostindien wird auf gleiche Weise der viermännige Spinat (S. tetrandra Ster.) angebaut und benutzt. Hinsichtlich der Beschaffenheit der Blattsubstanz und der Nutzung schließen sich dem S. mehrere Arten anderer Gattungen an, z. B. Rumex acetosa L., der Sauerampfer, R. scutatus L. und hastaefolius, welche den feinern franz. Ampfer (Oseille romaine) liefern, R. Patientia, der sog. englische Winterspinat, eine perennierende Pflanze, der Neuseeländische S. (Tetragonia expansa L.), dessen Blätter denen des S. ähnlich sind und der gerade in der wärmsten Jahreszeit, in der der eigentliche S. nicht mehr verbrauchsfähig ist, reichliches Gemüse liefert, und endlich der Peruspinat (Chenopodium Quinoa), welcher eine Höhe von fast 2 meerreicht. Mehrere Melde- und Gänsefußarten werden von Armen auf ihren natürlichen Standorten gesammelt und zur Bereitung eines spinatartigen Gemüses verwendet.