FeedSporäden
ErdkundeBrockhaus 1882

Sporäden (grch. Sporädes, d. i. die Zerstreuten) nennen die altgriech. Geographen im Gegensatz zu den Cykladen (s. d.) die südlichste Gruppe der im Agäischen Meere gelegenen, jetzt zum Königreich Hellas gehörigen Inseln: Melos (von andern noch zu den Cykladen gerechnet), Kimolos, Polyägos, Pholegandros, Sikinos, Jos, Amorgos, Thera und Anaphe, ferner die weiter östlich gelegenen jetzt zur Türkei gehörigen Inseln Astypaläa, Lebinthos, Ilaria, Korassiä, Patmos, Leros, Kalymna, Kos, Nisyros, Telos, Karpathos und Karos einige Geographen rechneten auch die Inseln Rhodus, Samos, Chios, Psyra und Lesbos zu den S., einige endlich dehnten den Namen sogar auf die im nördlichsten Teile des Agäischen Meers zwischen der Ostküste der Insel Euböa und der Halbinsel Magnesia, der Südküste Thraziens und der Westküste des nördl. Kleinasien gelegenen Inseln aus. Von diesen gehört die südlichere, aus den Inseln Skiathos, Peparethos (jetzt Skopelos), Ikos (jetzt Chelidromia), Skyros und einigen kleinen jetzt ganz unbewohnten oder nur mit einzelnen Klöstern besiedelten Inseln bestehende Gruppe, von den Neuern mit dem (unantiken) Namen der anördlichen S. v bezeichnet, zum Königreich Hellas, während die nördliche, die Inseln Lemnos, Thasos, Samothrake Imbros und Tenedos umfassende Gruppe sich im Besitz der Türkei befindet. Vgl. Bursian, 4Geographie von Griechenlando (Bd. 2, Lpz. 1873).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 100Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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