Sporck (Joh., Graf von), österr. General und Kriegsrat, geb. 1595 zu Westerloh bei Delbrück im Bistum Paderborn, Sohn eines armen Edelmanns, nahm jung als Reiter Dienste im bayr. Heere, in dem er fast den ganzen Dreißigjährigen Krieg mitmachte. Seit 1639 bayr. Oberst der Reiterei, erwarb er sich besonders einen Namen bei Geislingen (Württemberg), wo er im Nov. 1643 bei Nacht mit nur 500 Reitern eine Abteilung des franz. weimar. Heers überfiel, viele Gefangene und reiche Beute davonführte. Für sein tapferes Verhalten in der Schlacht bei Jankow in Böhmen im März 1645 wurde S. Generalmajor. Nach dem Ulmer Waffenstillstand (März 1647) trat S. mit Johann von Werth in kaiserl. Dienste und wurde zufsammen mit von Werth von dem bayr. Kurfürsten Maximilian I. für einen Verräter erklärt. S. wurde Generallieutenant und bald darauf 12. Okt. 1647 vom Kaiser Ferdinand III. zum österr. Freiherrn ernannt und mit dem böhm. Indigenat beliehen. Auch erwarb er in Böhmen ausgedehnte Besitzungen. Später diente S. unter dem kaiserl. Feldmarschall Montecuccoli gegen die Schweden in Polen wie auch bei dem verbündeten Heere, das 1657—60 unter dem Oberbefehl des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg die Schweden aus Schleswig-Holstein und Dänemark vertrieb. Dann focht er mit Montecuccoli in Ungarn gegen die Türken und hatte mit seinen Reiterregimentern den wesentlichsten Anteil an dem Siege bei St. Gotthardt an der Raab (1. Aug. 1664). Zum Lohne verlieh Kaiser Leopold I. ihm den Titel eines deutschen Reichsgrafen (23. Aug. 1664) und ernannte ihn zum General über die gesamte Kavallerie. Auch bei der sog. Wesselenyischen Verschwörung in Ungarn 1670 kämpfte S. glücklich gegen die Aufständischen. Zuletzt diente S. mit Montecuccoli 1674—75 gegen die Franzosen in den Niederlanden und am Rhein. Dann nahm er seinen Abschied und starb 6. Aug. 1697 (nach andern 1679) auf seinem Schloß Herman-Mestec in Böhmen. Vgl. S.s Biographie von Rosenkranz (3. Aufl., Paderb. 1865); Löher bearbeitete das Leben und die Thaten S.s als epische Dichtung (Gött. 1854).