Spreewald (wend. Bléta, d. i. Sümpfe), in der Niederlausitz, heißt der den Kreisen Kottbus, Lübben und Kalau des preuß. Regierungsbezirks Frankfurt a. O. angehörige, 44,5 km lange und bis 11 Km breite, etwa 275 qkm bedeckende Bruch, der, von der Spree (s. d.) vielarmig durchschnitten und bei hohem Wasserstande fast ganz überschwemmt, in den Obern und Untern S. geteilt wird und außer einer Anzahl Dörfer viele einzelne Kolonien, bedeutende Holzungen (vorherrschend Erlen) und zahlreiche Wiesen, Hutungen und Äcker enthält. Ein Teil des sumpfigen Bodens ist durch Kanäle entwässert und in Felder und Wiesen verwandelt, der andere mit Holz bestandene Teil im Sommer nur auf Kähnen, im Winter auf dem Eise zugänglich. Die meist wendischen Einwohner treiben, außer beträchtlicher Viehzucht und Fischerei, auch starken Gemüsebau, dessen Produkte nach Berlin und Dresden verfahren werden. Hirsche und Rehe bilden einen reichen Wildstand, wozu auch Birkhühner, Becassinen und eine Anzahl andern Wald⸗ und Wassergeflügels kommt. Der größte Teil des S. gehört zur Standesherrschaft Lübbenau des Grafen zu Lynar. Der Obere Spreewald beginnt jetzt bei Fehrow 13 km nordnordwestlich von Kottbus, 11 kKm westlich von Peiz (früher bei Jänschwalde, 7,5 Km östlich von Peiz), reicht bis Lübben in einer Länge von 30 km und einer Breite bis 11 km und bildet ein Oval von 165 gkm. Der Untere Spreewald, mehr ein Elsbruch und ärmer an Baumwuchs, nimmt seinen Anfang bei Hartmannsdorf unterhalb Lübben, ist gegen 15 Km lang und 5,5 kKm breit und endet bei dem Nauendorfer⸗ oder Prahmsee bei Alt-Schadow. Der S. hat seine eigentümlichen landschaftlichen Reize und wird seit der Eröffnung der Berlin-Görlitzer Eisenbahn von Berlin aus im Sommer häufig besucht. Vgl. Franz, Der S. in physikal. und statist. Hinsichte (Görlitz 1800); Bloch, „Von Berlin nach dem S. » (Berl. 1867); Weineck, Der S. (in Griebens KReisebibliotheko, Berl. 1882); W. von Schulenburg, «Wendische Volkssagen und Gebräuche aus dem S.» (Lpz. 1880).