FeedSprenger (Aloys)
HeilkundeBrockhaus 1882

Sprenger (Aloys), namhafter Orientalist, geb. 3. Sept. 1813 zu Nassereut in Tirol, bezog 1832 die Universität Wien, wo er neben Medizin und Naturwissenschaften besonders die orient. Sprachen studierte, ging 1836 nach London, wo er beim Grafen von Munster eine Stellung fand, und 1843 nach Kalkutta. Hier erhielt er zunächst eine Stellung im Medizinaldienst, und wurde 1845 zum Vorsteher der Hochschule zu Delhi ernannt. Er ließ eine Anzahl histor. und wissenschaftlicher Werke aus dem Englischen in das Hindustanische übertragen und führte mit Erfolg hindustanische Vorträge über Mathematik und Naturwissenschaften in die Schule ein. Auch veröffentlichte er eine Schulausgabe der (Hamasav, 4Selections from Arabie authors (lithographiert, Delhi 1845) und Otbys «History of Mahmud of Ghazna (lithographiert, Delhi 1847). Im J. 1848 wurde er als Assistent-Resident nach Luknow gesandt, um einen Katalog der „dortigen königl. Bibliothek anzufertigen, dessen erster Band 1854 in Kalkutta erschien. Im J. 1850 kehrte er nach Kalkutta zurück und wurde daselbst Craminator am Kollegium zu Fort William, Dolmetscher der Regierung, Vorsteher der mohammed. Hochschulen zu Kalkutta und zu Hughli und Sekretär der Asiatischen Gesellschaft von Bengalen. „Nach Ablauf eines mehrjährigen ihm zewährten Urlaubs 1859 pensioniert, ging er nach ern, wo er die Professur der orient. Sprachen übernahm. Seine Sammlung von arab., pers. und hindustan. Handschriften und lithographierten Drucken (Katalog, Gießen 1857), überließ er käuflich an die königl. Bibliothek zu Berlin. Von seinen wissenschaftlichen Leistungen sind noch zu nennen: die Ausgaben von Ibn Hadschars Jeäba unter dem Titel Biogra-Phical Dictionary of persons who knew Mohammado (Kalk. 1856), des Dictionary of the technical terms of the sciences of the Musulmans Galk. 1854), ferner von Soyüts &Itqàn, on the exegetic sciences of the Coran (Kalk. 1854—56), von der Logic of the Arabianso (Kalk. 1856) und von Tüsys „List of Shya books (Kalk. 1854). Diese sämtlichen Schriften sind in der Bibliotheca Indicas enthalten. Ferner veröffentlichte er die engl. übertragung von Masudis Meadows of goldv (Bd. 1, Lond. 1841), das «Life of Mohammedo (Bd. 1, Allahabad 1851), die Ausgaben von Abdur-Razzak, «Technical terms of the Sufées Galk. 1844) und das 4Gulistan von Sadi (Kalk. 1851). Außerdem verfaßte er in deutscher Sprache (Das Leben und die Lehre des Mohammedo (3 Bde., Berl. 1861 — 65), «Post⸗ und Reiserouten des Orients „ (Lpz. 1864), „Die alte Geographie Arabiens „(Bern 1875) und „Babylonien, das reichste Land in der Vorzeit (Heidelb. 1886).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 110Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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