Stanislau (Stanislawow), Stadt im östl. Galizien, an der Bistritza, Station der Lemberg-Czernowitzer Eisenbahn, sowie der Linien Stryj-S. und S.⸗Husiatyn der Österreichischen Staatsbahnen, ist Sitz einer Bezirkshauptmannschaft, eines Bezirksgerichts und eines griech.⸗kath. Bischofs, hat drei Kirchen, worunter die schöne Marienkirche, ein Landesstrafhaus, ein Obergymnasium, eine Oberrealschule, ein Lehrerseminar und drei Spitäler, und zählt (1880) 18626CE., welche eine Dampfmühle, eine Gerberei und Färbereien unterhalten. S. hieß ursprünglich Zablat und ward 1654zur Stadt erhoben, 1674 mit Befestigungswerken umgeben, welche 1812 demoliert wurden. S. ist nach dem großen Brande von 1868 fast ganz neu aufgebaut worden.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 149Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei