FeedSteinau (an der Oder)
ErdkundeBrockhaus 1882

Steinau (an der Oder), Kreisstadt in der preuß. Provinz Schlesien, Regierungsbezirk Breslau, nahe links der Oder, zwischen den beiden Armen der unweit von S. in die Oder mündenden Kalten Bach, Station der Linie Breslau-Stettin der Preußischen Staatsbahnen, Sitz des Landratsamts und eines Amtsgerichts, zählt (1885) 3636 E. und hat eine evang. und eine kath. Pfarrkirche, ein evang. Schullehrerseminar, zwei Krankenhäuser, ein gräfl. Schlabrendorfssches Waisenhaus, eine Möbelfabrik, eine Thonwarenfabrik, Fischerei und Getreidehandel. — S. war 1280 — 1331 Sitz der Herzöge der Glogauischen Linie, wurde 1343 von Kasimir III. von Polen zerstört und litt 1455, 1550 und 1834 durch große Feuersbrünste; 1428 brannten die Hussiten die glogauer Vorstadt nieder. Im J. 1474 siegte hier König Matthias von Ungarn über die Polen unter Kasimir IV., am 11. Okt. 1633 Wallenstein über die Schweden. Der Kreis Steinau zählt auf 422 qkm (1885) 24 904 CE., darunter 4823 Katholiken und 156 Juden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 186Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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