Stanhope (Lady Esther Lucy), bekannt durch ihren Aufenthalt in Syrien, geb. 12. März 1776 zu London als Tochter des Grafen Charles S. und Nichte William Pitts. Sie war zwar nicht schön, hatte aber ein imposantes Außere, viel Verstand und geistige Energie. Frühzeitig kam sie in das Haus ihres Onkels, des Ministers Pitt, der ihr die Besorgung seines Briefwechsels, sowie nicht selten den Entwurf diplomatischer Noten übertrug. Als Pitt 1806 starb, zog sie sich nach Wales zurück, reiste gegen 1810 in die Türkei und faßte nach mehrjährigen Wanderungen den Entschluß, sich in Syrien eine Heimat zu gründen. Der Emir Beschir wies ihr hier Mar-Elias, ein ehemaliges griech. Kloster, zum Aufenthalt an. Später baute sie sich zu Dschihun, unweit Saida, auf einem der wildesten Punkte des Libanon, einen Palast. Ihre Einrichtung und ihr Betragen erregte die Meinung, als gebiete sie über ungeheuere Schätze, die sie durch ihre Verbindung mit der Geisterwelt erhalte. Die Syrer nannten sie die Königin von Tadmor, die Zauberin von Dschihun, die Sibylle des Libanon. Als Ibrahim Pascha in Syrien einfiel, spornte sie die Drusen zum Widerstande an und wußte sich dem Pascha so furchtbar zu machen, daß sie derselbe bat, neutral zu bleiben. Ein großer Hebel ihrer Macht war ihre unbegrenzte Wohlthätigkeit. Ihr Aufwand brachte sie indessen in den letzten Jahren in große Verlegenheiten. Sie starb 23. Juni 1839 und wurde in der Gruft zu Mar-Elias beigesetzt. Ihr Leibarzt, Dr. Meryon, gab genaue Nachrichten über sie heraus unter dem Titel (Memoirs of the Lady Esther S.„ (3 Bde., Lond. 1845; deutsch von Birch, 3 Bde., Stuttg. 1846).