FeedStaraja Russa
ErdkundeBrockhaus 1882

Staraja Russa, Kreisstadt, Badeort und Saline im russ. Gouvernement Nowgorod, eine der ältesten Städte des Russischen Reichs, liegt südlich vom Ilmensee, 26 m über dem Meere, an dem Zusammenfluß der Porußja, Polista und Pererytiza, am äußersten Westabfalle des Waldaiplateau, durch Eisenbahn mit Nowgorod verbunden. Der Ort ist gut gebaut, mit regelmäßigen, sehr breiten, zum Teil gepflasterten und mit Trottoirs versehenen Straßen und zählt (1882) 13078 E. Die fast vor jedem Hause befindlichen Gärten beleben und zieren die sonst einförmigen Straßen. Der schönste Stadtteil liegt auf beiden Seiten der Polista, deren linkes Ufer von der Alexanderbrücke bis zum kaiserl. Palais mit einer langen Lindenallee eingefaßt ist. Die Stadt hat 4 Kirchen und ein Nonnenkloster. Unter den erstern ist die Auferstehungskirche die schönste, die Peter-Paulskirche die an Altertümern reichste und die des Märtyrers Nyl die älteste, vor 650 erbaut. Der Salinenbetrieb von Starasa Russa ist sehr alt. Der Generalquartiermeister Bauer legte 1771 auf Befehl der Kaiserin Katharina, nach dem Muster der hessischen, die ersten Gradierwerke und Sudhäuser an. Das Wasser wird aus einem Salzsee und dessen Reservoir mittels 13 Holzröhren 2½% Em weit unterirdisch zu den Gradierwerken geleitet, dort durch Druckwerk in die Höhe getrieben und auf 19 Gradierwerke verteilt, welche 8, Km im Umfang haben. Die Gradierfole soll 144½ Kulon Stärke haben und liefert jährlich Uüber 2,5 Mill. ilogramm Salz, das aber wegen ur in Pacht Reinigung Gips enthält. Das Ganze ist in Pacht gegeben. Staraja Russa ist in neuerer Zeit als Badeort sehr in Aufnahme gekommen. Die Kur beginnt in der zweiten Hälfte des Mai und dauert bis Ende August. Die 1834 errichteten Badeanstalten sind ausgezeichnete. Die Solquellen befinden sich am Ostende der Stadt. Das Wasser friert im Winter nicht zu. Zwei Quellen, die Direktorial- und die Murawjewsche Quelle (die letztere ein Artesischer Brunnen) werden benutzt. Das Wasser hat einen bittern Geschmack, ist klar, farb⸗ und geruchlos, und seine Temperatur hält sich zu jeder Zeit auf 11 und 12* C. Die Murawjewsche Quelle hat eine Temperatur von 13,5 C.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 155Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 3

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6