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ErdkundeBrockhaus 1882

Susdal, Kreisstadt im russ. Gouvernement und 36 kmenördlich von Wladimir, 220 kKm nordöstlich von Moskau, an der Kamenka, einem Zuflusse der Kljäsma, welche in die Oka, wie diese in die Wolga geht, besteht aus drei Teilen, von denen der mittlere, der Kreml, von einem hohen Erdwall umgeben ist, hat eine 1213 errichtete, jetzt mit Wladimir vereinigte Eparchie und zählt (1884) 6769 E. Die Stadt besitzt 25 Kirchen, darunter mehrere Kathedralen, vier Klöster, ein Progymnasium, zwei Pfarrschulen, einen Kaufhof, einen bischöfl. Palast. Die Einwohner beschäftigen sich vorzugsweise mit dem Gemüsebau und treiben bedeutenden Handel mit Meerrettich, Zwiebeln, Pfefferminze und Cichorie. Weniger entwickelt ist die Industrie. Im J. 997 soll Wladimir d. Gr. nach S. gekommen sein und daselbst das Christentum eingeführt, auch im Kreml den Grund zu der ersten Kirche gelegt haben, die noch gegenwärtig als Denkmal alter Bauart gezeigt wird. Jedenfalls ist die Stadt sehr alt. Sie war seit 1146 Residenz⸗ und Hauptstadt des Fürstentums Susdal, an deren Stelle 1151 Wladimir trat. Im J. 1390wurde das Fürstentum mit dem Gropfürstentum Moskau vereinigt. Bei S. siegte 1097 Mstislaw über Oleg. Zu wiederholten malen (1237, 1281 und 1293) wurde die Stadt von den Tataren erobert und öfters von großen Feuersbrünsten verheert.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 382Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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