Steinhäuser (Karl), deutscher Bildhauer, geb. 3. Juli 1813 in Bremen, machte seine Studien in Berlin unter Rauch und trat zuerst auf der Ausstellung 1834 mit einem plastischen Werk (einem Knaben, welcher Krebse fängt) vor die Offentlichkeit. Das Bildwerk fand vielen Beifall, wurde später wiederholt und zeigt das Darstellungsgebiet, auf welchem der Künstler den meisten Ruhm erworben hat. Im J. 1836 ging S. nach Rom, wo er eine Reihe anmutiger Idealgestalten aus der Muuche und Hirtenwelt schuf, wie z. B. das sog. Muschelmädchen (horchend mit der Muschel am Ohr) für Lürmann in Bremen. Das Werk wurde für Philadelphia wiederholt. Obschon ihm besonders naive und zartere Vorwürfe glückten, wird doch auch die leidenschaftliche Bewegung und Hoheit in der Figur seiner Judith bewundert. Voll Anmut und Rhythmus der Linien und voll Empfindung ist die Gruppe Hero und Leander, die er für den König von Preußen ausführte. Für seine Vaterstadt arbeitete S. in Marmor die Statuen des Astronomen Olbers, die 1850 enthüllt wurde, des Bürgermeisters Smidt und des heil. Ansgar. Ein anderes Werk in dieser Richtung war die sitzende Goethe-Statue, nach einer Idee der Bettina von Arnim, aufgestellt im Treppenhause des Museums zu Weimar. Ebenfalls für Bremen fertigte er in Marmor eine große Vase, deren Basreliefs eine volkstümliche In Rom keit in seiner Vaterstadt veranschaulicht. In Rom versuchte er zuerst wieder Marmorarbeiten im Stil des röm. Künstlergeschlechts der Cosmaten herzustellen, so unter andern den Osterleuchter für die Friedenskirche in Potsdam und einen Altar für die Stephanskirche zu Bremen. Zu seinen spätern Schöpfungen gehören eine Pietä, eine Marmorkanzel für die Heiliggeistkirche zu Heidelberg und zwei Brunnenkompositionen, zu denen er die Entwürfe in Karlsruhe fertigte, wo der eine, bereits in Marmor übertragen, aufgestellt wurde. Die Gruppe stellt Hermann und Dorothea dar; die andere hat die Scene aus Goethes «Iphigenies zum Gegenstande, wo Orest und Pylades sich besprechen. S. ward 1863 nach Karlsruhe berufen, wo er Direktor der Bildhauerschule wurde und 9. Dez. 1879 starb. Seine Gattin, Pauline S., geborene Frank, zeichnete sich als Malerin durch zart empfundene und anmutig durchgeführte Gestalten, wie Esther, Iphigenie, Johannes der Täufer, Christus und Johannes u. a. aus. Sie war auch die Erfinderin der genannten Gruppe Hermann und Dorothea.