Stephan I. oder der Heilige (997—1038), der erstejKönig von Ungarn, war der Sohn des Herzogs Geisa, wurde von dem Apulier Adrodat von Sanseverino erzogen und 995 (in seinem 20. Lebensjahre) angeblich von Adalbert, dem Bischof von Prag, getauft. In der Taufe erhielt er den Namen S.; sein früherer Name war Wajko. — demselben Jahre vermählte er sich mit der bayr. erzogstochter Gisela, in deren Begleitung zahlreiche Deutsche nach Ungarn kamen. S. besiegte mit Hilfe dieser seine heidnischen Widersacher und begann ernstlich die Christianisierung dieses Volks. Er stiftete mehrere Bistümer und Klöster und trat selber als Apostel auf. Der Papst Sylvester II. Conversations-Lexikon. 13. Aufl. XV. bestätigte die kirchlichen Einrichtungen S.s und schickte ihm eine Königskrone, mit welcher S. 1000 (nach andern 1002) gekrönt wurde. Auch seine weltliche Herrschaft erweiterte und befestigte S. durch siegreiche Kämpfe gegen widerspenstige Stammeshäuptlinge im Osten und Süden des Landes und führte eine geregelte politische Organi-Reinrie und Verwaltung ein, wobei ihm deutsche Einrichtungen und Gesetze als Muster vorschwebten. Er starb 1038 und wurde 1087 in die Zahl der Heiligen der kath. Kirche aufgenommen. Ungarn verehrt ihn als seinen Landespatron, dessen Fest am 20. Aug. gefeiert wird. Nach ihm wurden Ungarn und seine Teile auch die Länder der St. Stephanskroner genannt. Die rechte Hand des heiligen S. wird in der ofener Schloßkapelle aufbewahrt.