FeedGesellschaft
ReligionBrockhaus 1882

Gesellschaft des heiligen Herzens Jesu. Die Verehrung des heiligen Herzens Jesu ward in der röm. Kirche gebräuchlich durch Maria Alacogus (geb. 1647 bei Autun, gest. 1690, selig gesprocher 1864 von Berl IX.), welche in Visionen mit Jesus als ihrem Verlobten verkehrte und ihren geistlichen Berater, den Jesuiten La Colombiere, für die neue Andachtsübung gewann. In Frankreich bildeter sich bald zahlreiche Bruderschaften zur Andacht deheiligen Herzens Jesu. Größere Bedeutung erhiel ten sie jedoch erst, als nach der Aufhebung des Jesuitenordens (1773) die franz. Jesuiten Charles de Broglie, Abbeé Tournelly und Abbé Pey im J. 1794 in Löwen die Gesellschaft des heiligen Herzens Jesu gründeten als ch den Kret Fortsetzung des Jesuitenordens. Durch den Krieg aus Belgien vertrieben, Auned sie nach Deutschland, wo sie in der Nähe von ugsburg ein Asyl fanden. Auch von hier vertrieb sie der Krieg; sie begaben sich 1796 nach Neudorf bei Wien und fanden in Ssterreich kräftige Unterstützung. Im J. 1799 vereinigten sie sich mit der „Gesellschaft des Glaubens Jesuv, welche in Italien von dem Laien Nik. Paccanari als Fortsetzung des Jesuitenordens gestiftet war. Davon wurden sie öfter auch Paccanaristen genannt. Als der Jesuitenorden 1814 wiederhergestellt wurde, gingen sie in diesem auf. In Frankreich war überdies unter dem Namen Damen des heiligen Herzens Jesuv bereits ein weiblicher Zweig dieses Ordens entstanden. (S. Paccanaristen.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 901Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 2

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Religion 6