FeedAdalbert von Prag
ReligionBrockhaus 1882

Adalbert von Prag, Apostel der Preußen, geb. um 955, stammte als Sohn des Slawnik zu Lubik aus angesehenem böhm. Adelsgeschlecht. In der Taufe Woitech, niht Heerestrost genannt, ward A. in schwerer Krankheit dem Dienste der Kirche eweiht und zunächst in der Heimat, später 10 Jahre ang zu Magdeburg unter dem Bischof Adalbert und in der Schule des Moritzklosters von dem berühmten Otherich gebildet. Nach beider Tode 981 nach Prag zurückgekehrt, ward A. 982 trotz IEund Widerstrebens zum Bischof von Prag gewählt und 983 geweiht. Sein Leben war ausgezeichnet durch die selbstgewählte Armut unter großen Gütern, dur Hen Wohlthätigkeit gegen Arme, unermüdlichen ienst Christi und der Kirche. Wegen seiner Strenge den Böhmen verhaßt, verließ A. 989 Prag und widmete sich im Kloster des heiligen Alexius zu Rom einem beschaulichen Leben. Auf Wunsch des fs ogs Boleslav II. und 5. Befehl seines Erzbischofs illigis von Mainz mußte A. 993 nach Prag zurückkehren, aber die Feindschaft des 1e Roeit eschlechts der Wrsowece und die alte Roheit des Volks ließen ihn schon 995 Rom wieder aufsuchen. Hier ward er mit Otto III. eng befreundet. Aber wieder befahl ihm sein Erzbischof 996, seinen verwaisten Stuhl wieder einzunehmen, doch gab der Papst ihm die Erlaubnis: wenn die Böhmen wieder un4 naß L seien, dürfe er zu den Heiden gehen. Als nach Böhmen kam, war seine ganze Familie von den Gegnern ausgerottet und die Böhmen verweigerten ihm die Aufnahme. A. verlebte daher den nächsten Winter in Polen und zog im Frühjahr 997 bebitt au⸗ mit seinen Freunden Gaudentius und Benedikt aus, den Preußen das Christentum zu verkündigen. Er landete auf einer kleinen Insel, wahrscheinlich am Ausflusse des Pregel. Sein erster Versuch, den heidnischen Preußen zu predigen, mißglückte, den zweiten bezahlte er mit seinem Leben. Ein Bursidies Priester stieß ihm (23. April 997) den Wurfspieß durch die Brust. Den Leichnam löste Herzog Boleslav ein und brachte ihn in die Metropolitankirche nach Gnesen. Ob die Überreste sich dort noch befinden, oder ob dieselben 1038 von den Böhmen nach Prag geführt worden sind, ist streitig. Die kirchliche Gedächtnisfeier des Heiligen und Märtyrers fällt auf den 1. Juni.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 125Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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