Ewiges Ebangelium (Evangelium aeternum) nannte man seit Mitte des 12. Werh auf Grund von Offenbarung Joh. 14, 6 die Verkündiung eines ewigen Zeitalters des Geistes, der volllommenen Erkenntnis und Anbetung Gottes und der vollen geistigen Freiheit, welches nach dem Ablaufe der beiden Zeitalter des Vaters und des Sohnes demnächst anbrechen sollte. Diese Weissa-t gung fand man wescher in den Schriften des Abtes Wacin welcher zuerst als Mönch und Abt des Cistercienserklosters zu Coraca in Calabrien, ö 6100 als Stifter einer eigenen Kongregation (Ordo Florensis) und Abt von Floris lebte und 1201 ö oder 1202 gestorben ist. Unter den ihm zuge chriebenen Schriften sind wahrscheinlich nur drei (Praefatio in psalterium decem chordarumo, Concordantia utriusque testamentiv und vor allem sein Kommentar zur Offenbarung des Johanneso) echt. Seine kirchlichen Reformgedanken und apokalyptinuen Ideen fanden namentlich in den Kreisen der trengen Franziskaner Anklang. Der Ordensbruder Gherardinus verfaßte um 1254 eine im scharf antirömischen, ja antikirchlichen Geiste gehaltene Einleitung in die Schriften Joachims unter dem Titel Introductorius in evangelium aeternump. Dieselbe wurde von Papst. Alexander IV. verdammt, Gherardinus selbst zu lebenslänglicher Kerkerhaft verurteilt Wenbr Vgl. Döllinger in Raumers „Histor. Taschenbuch (1871); Renan in der Reyue des deux Mondes (1866); Schneider, Joachim von Floris und die Apokalyptiker des Mittelaltersv Joachm 1873); Preger, Das E. aeternum und oachim von Floriso (München 1874); Reuter, „Geschichte der religiösen Aufklärung im Mittelalterd (Bd. 2, Berl. 1877).