Gerhard, erster Bischof von Csanäd in Ungarn und Märtyrer, stammte wahrscheinlich aus dem edeln venetianer Hause Sagredo; er hatte sich teils in seiner Heimat im Kloster San-Giorgio, teils auf Reisen eine nicht gewöhnliche Gelehrsamkeit erworben. Auf einer 6½.r nach Jerusalem kam er nach Fünfkirchen in Ungarn, König Stephan der Heilige vertraute ihm die Erziehung seines Sohnes Emmerich; im J. 1030 wurde er zum ersten Bischofe des neu gestifteten esanäder Bistums an der Maros bestellt. Über dusten Amtsgeschäften vergaß er auch die Wissenschaften nicht; er schrieb theol. Werke, errichtete in Csanäd eine stark besuchte Kathedralschule und erwarb si um die Christianisierung der Magyaren im südl. Ungarn große Verdienste. In der wirrvollen Zeit nach König Stephans Tode (gest. 1038) vertrat G. die geistliche und weltliche Zucht und Ordnung mit Unerschrockenheit und Eifer, selbst den Mächtigen des Landes gegenüber. Er wurde von 3 80 en Magyaren 24. Sept. 1046 am Fuße des Blocksbergs (bei Ofen an der Donau) überfallen und von dem steilen Berge, der bis heute (im Ungarischen) seinen Namen führt, hinabgestürzt.