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GeschichteBrockhaus 1882

Stockmar (Christian Friedr., Freiherr von), namhafter deutscher Staatsmann, aus einer mit Gustav Adolf nach Sachsen gekommenen schwed. Familie stammend, wurde geb. 22. Aug. 1787 als der Sohn des coburg. Justizamtmanns Johann Ernst Gotthelf S., studierte 1805—10 Medizin, ließ sich dann als praktischer Arzt in Coburg nieder und nahm 1814 und 1815 als Militärarzt an den Feldzügen am Rhein teil. Bald darauf betraute ihn der Prinz Leopold von Coburg mit der Leitung der persönlichen Geschäfte und der Hofhaltung als Sekretär, Schatzmeister und Hofmarschall. S. bekleidete diese Stellung bis 1831, wurde 1821 in den sächs. Adelsstand und 1831 in den bayr. Freiherrenstand erhoben. Beim Betrieb der Kandidatur des Prinzen Leopold zum griech. Königsthron 1829 war S. eine Zeit lang sein Geschäftsträger bei der Londoner Konferenz, ebenso 1831, als dem Prinzen die belg. Königskrone angeboten wurde. Nachdem S. 1834 aus seiner dienstlichen Stellung ausgetreten war, erhielt er 1836 vom König Leopold den Auftrag, der Prinzessin Victoria von England mit Rat und Hilfe zur Seite zu stehen, begleitete 1838 und 1839 den Prinzen Albert von Sachsen-Coburg-Gotha auf einer Reise nach Italien und blieb nach dessen Vermählung Hausfreund und Vertrauter des engl. Königspaars. Im J. 1848 wo er coburg. Gesandter beim Bundestage war, richtete er in persönlichem Einfluß auf hervorragende Männer seinen ganzen Eifer auf die Einigung Deutschlands unter Preußen. S. starb zu Coburg 9. Juli 1863. Sein Sohn, Ernst von S., geb. 7. Aug. 1823, Privatdocent der Rechte in Jena, dann Privatsekretär der preuß. Kronprinzessin, gest. 6. Mai 1886, veröffentlichte Denkwürdigkeiten aus den Papieren des Freiherrn Christian Bene Ta von S. v (Braunschw. 1872), woraus St.⸗Renée Taillandier das Material zu dem Buche Le roi Léopold et la reine Victoria (1878) entnahm. Vgl. Juste, „Les fondateurs de la monarchie Belges (Bd. 15, Brüss. 1872).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 253Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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