Magazine zu militärischen Zwecken zerfallen in solche für Gegenstände der Verpflegung (Proviant⸗, Fouragemagazine) und in Aufbewahrungsräume für Pulver und Munition, gewöhnlich Pulvermagazine genannt. In Bezug auf die Verpflegung der Armeen im Felde unterscheidet man stehende und bewegliche M. als letztere gelten die Proviant⸗ und Fuhrparkkolonnen. Pulvermagazine, welche meistens in Festungen liegen, müssen mit Rücksicht auf Vermeidung von Explosionen angelegt sein und dabei der guten Erhaltung des gegen Feuchtigkeit sehr empfindlichen Stoffs Rechnung tragen. Um die Gefahr, welche durch die Anhäufung größerer Quantitäten Pulvers für die Umgebung droht, zu verringern, bewahrt man das Pulver im Frieden gewöhnlich außerhalb des bewohnten Teils der Festung auf und zwar in den vorgeschobenen Werken oder im Vorterrain überhaupt. Man benutzte dazu häufig Kriegsbauten, welche zu Verteidigungszwecken bestimmt, im Frieden unbenutzt dastanden und den bei der Aufbewahrung des Pulvers innezuhaltenden Bedingungen entsprachen, wie die Reduits der Außenwerke. In Festungen heutiger Bauart fehlen diese und bedarf man daher besonderer Gebäude als Friedenspulvermagazine. Die Kriegspulvermagazine werden in die Wälle der Festung hineingebaut und granatsicher eingedeckt, sodaß sie der Wirkung des feindlichen Feuers entzogen sind. Da sie durch ihre Lage und Bauart der äußern Luft wenig zugänglich und somit der Feuchtigkeit sehr ausgesetzt sind, so würde eine lange dauernde Aufbewahrung des Pulvers in denselben auf die Qualität des letztern sehr schädlich wirken; daher trägt die Lagerung des Pulvers in den leichter gebauten, trockenen Friedensmagazinen auch zur guten Erhaltung desselben wesentlich bei. Um aber den lästigen Transport des Pulvers aus den Friedens- in die Kriegsmagazine bei der Armierung einer Festung zu vermeiden, baut man die Kriegspulvermagazine in neuerer Zeit so, daß das Innere gegen die Erdfeuchtigkeit gesichert ist und ein fortwährender Luftwechsel herbeigeführt werden kann, und vermag dann solche M. auch zur Friedenslagerung zu benutzen. Außer den größern Pulvermagazinen kommen in Festungen auch kleinere vor, die man als Handmagazine oder als Verbrauchspulvermagazine, beziehungsweise Geschoßmagazine bezeichnet. Solche werden auch bei Belagerungsbatterien angelegt. Die Proviantmagazine und sonstigen M. der Festungen, soweit sie für die Zeit des Kriegs als Aufbewahrungsräume benutzt werden sollen, müssen ebenfalls eine Sicherung gegen feindliches Feuer bieten.