FeedStorch (Ciconia)
TierreichBrockhaus 1882

Storch (Ciconia), eine Gattung von Wadvögeln, zeichnet sich durch die langen, oberhalb des Fersengelenks weit hinauf nackten Beine, welche überall mit netzartig gegitterter Haut bedeckt sind, und durch einen langen, kegelförmigen, geraden Schnabel aus. Von derselben kommen in Deutschland zwei Arten vor: der schwarze Storch (C. nigra), der sich durch sein schwarzbraunes Gefieder unterscheidet und sich in Osteuropa, seltener in Deutschland findet, und der weiße Storch (C. alba, Tafel Stelzvögel I, Fig. 13), bei welchem Schnabel und Füße rot sind und das Gefieder, bis auf die schwarzen Schwingen und Schulterfedern, weiß ist. Der weiße S. ist ein Zugvogel, welcher beinahe über den ganzen Raum der drei östl. Weltteile verbreitet ist und fast berall gern gesehen wird. In Deutschland trifft er im Februar und März ein und bezieht sogleich sein ehemaliges Nest wieder, welches aus groben Reisern und Holzstücken auf Bäumen oder Häusern errichtet ist. Er liebt ausgedehnte, wasserreiche und von Sümpfen unterbrochene Ebenen, und ist deshalb in Holland, Ostfriesland und in Niedersachsen am zahlreichsten vorhanden, dagegen fehlt er in England. Da er nicht verfolgt wird, so hat er Zutrauen zu den Menschen gewonnen und nähert sich ungescheut ihren Wohnungen. Bekannt ist sein gravitätischer Gang wie auch sein ausgezeichnetes Flugvermögen. Er verzehrt zwar auch Fische, besonders aber Frösche, Eidechsen, Landschlangen, nackte Schnecken, Regenwürmer, Feldmäuse, Maulwürfe, wie auch Insekten und wird dadurch sehr nützlich, jedoch verschlingt er auch öfters die Nestlinge der kleinen Landvögel, welche er antrifft. Die Zahl der Cier beträgt vier bis fünf; sie sind weiß, ungefleckt und gegen 8 om lang. Ausgewachsen ist der S. stumm und ersetzt die Stimme bloß durch das Klappern seines Schnabels, indem er die Kiefern zusammenschlägt; nur die jungen Störche im Neste bringen eine Art Zwitschern hervor. Jung aufgezogen, ist der S. leicht zu zähmen und kann lange erhalten werden. Von der Schnabelspitze bis zum Schwanzende mißt er ziemlich 153 m und in gewöhnlicher Stellung steht er Um hoch. Khnliche Arten kommen in Südamerika vor; in Afrika und Asien wird die Gattung durch die häßlichen Kropfstörche (Leptopilus) vertreten, mit fast nacktem Halse, von welchen eine Art, der Rarabu (Tafel Stelzvögelll, Fig.), jetzt häufig in Tiergärten angetroffen wird.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 266Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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