Sturmvogel (Procellaria), eine zur Ordnung der Schwimmvögel gehörende Vogelgattung, unterscheidet sich durch Schwimmfüße, deren drei nach vorn gerichtete Zehen verbunden sind, während die hintere nur eine kleine Warze bildet, einen scharfen, vorn in einen starken Haken auslaufenden Schnabel von der Länge des Kopfes und durch die in einer auf der Firste verlaufenden und durch eine Scheidewand geteilten Röhre liegenden Nasenlöcher. Die S. sind vollkommene Seevögel, bewohnen auf beiden Halbkugeln nur die höhern Breiten und fliegen mit ihren langen, spitzigen Flügeln sehr schnell und ausdauernd. Gegen ihren Feind spritzen sie den thranigen und stinkenden Eudet ihres Magens. Bei nahendem Sturme sollen sie sich oft auf Schiffe setzen. Der arktische Sturmvogel (P. glacialis), welcher 41 em lang ist und bei welchem Kopf, Hals, Unterrücken, Schwanz und Unterseite weiß, Vorderrücken und Flügel bläulich⸗-aschgrau und Füße gelb sind, ist im Sommer gemein in der Baffinsbai, in der Davisstraße, bei den Kurilen und Aleuten, bei Jan-Mayen, Spitzbergen und an der Westküste Islands, verirrt sich aber nur selten an die deutschen Küsten. Er brütet an den steilsten und unzugänglichsten Felsenwänden in außerordentlicher enge, aber jedes Weibchen legt nur ein Ei. Der südlichste Brüteplatz ist die kleine Insel St.⸗Kilda an Schottlands Westküste. Für die armen hochnordischen Bewohner ist dieser Vogel sehr wichtig, denn er gibt ihnen frisch ein gutes Nahrungsmittel, da er ein zartes, weißes, vom Thrangeruche ziemlich freies Fleisch besitzt, vermehrt gepökelt ihren Wintervorrat, liefert reichliches Ol, welches als Brenn- und Speiseöl dient, und versieht sie reichlich mit Bettfedern. Aus Island allein werden jährlich an 20000 Junge eingesalzen. Die Fischer trauen ihm mit Recht ein feines Vorgefühl für Witterungswechsel zu und richten sich nach ihm, je nachdem er sich dem Lande nähert oder die hohe See aufsucht. Von 25 bis 50 südl. Br. belebt der kapische Sturmvogel (P. Capensis) das Meer, welcher von ältern Reisebeschreibern Kaptaube genannt wird. In der Südsee, näher dem Pol, besonders an der Westküste Patagoniens, wohnt der antarktische Sturmvogel (P. gigantea), welcher an Größe eine Gans übertrifft.