FeedStosch (Albrecht von)
GeschichteBrockhaus 1882

Stosch (Albrecht von), preuß. General der Infanterie und Staatsminister, 1872—83 Chef der kaiserl. Admiralität des Deutschen Reichs, wurde 20. April 1818 zu Koblenz geboren und erhielt seine Erziehung im Kadettenkorps, aus dem er 12. Aug. 1835 als Sekondelieutenant in das 29. Infanterieregiment trat. Nach verschiedenen Kommandos zur Allgemeinen Kriegsschule (1839 — 42), zur Gardeartillerie, zum Topographischen Bureau Lade a sowie als Adjutant einer Landwehrrigade (1848) und der 16. Division (1852) wurde S., seit Juni 1852 zum Hauptmann vorgerückt, 1855 in den Generalstab versetzt. In diesem 1856 zum Major und 1860 zum Oberstlieutenant befördert, wurde er 28. Mai 1861 Chef des Generalstabes beim 4. Armeekorps, in demselben Jahre noch Oberst und bei Ausbruch des Deutschen Kriegs von 1866 Generalmajor und zugleich Oberquartiermeister der Zweiten Armee des Kronprinzen von Preußen. Nach dem Kriege vorübergehend zu den Offizieren von der Armee versetzt, wurde S. 18. Dez. 1866 zum Direktor des Militär-Okonomiedepartements im Kriegsministerium ernannt, eine Stellung, die seinem organisatorischen Talent, zunächst auf dem Felde des Verpflegungs⸗ und Bekleidungswesens, volle Gelegenheit zur Bewährung bot. Während des Deutsch-Französischen Kriegs von 1870 und 1871 war S., seit 26. Juli Generallieutenant, Generalintendant der deutschen Heere und erwarb als solcher dem Verpflegungswesen der Armee den Ruf des bestorganisierten und wohlgeordnetsten der Welt. Vom 26. Nov. bis 20. Dez. 1870 war S. Chef des Stabes beim Armeekommando des Großherzogs von Mecklenburg-Schwerin und nahm als solcher an den Schlachten bei Loigny, Orléans und Beaugency teil. Nach dem Frieden zum Chef des Stabes bei der auf franz. occupierten Gebiete zurückbleibenden deutschen Occupationsarmee ernannt, verblieb S. in dieser Stellung, bis der Kaiser ihm 1. Jan. 1872, unter gleichzeitiger Verleihung des Titels eines preuß. Staatsministers, zum Chef der kaiserl. Admiralität und zum Mitgliede des Bundesrats ernannte. Bei der Pairsernennung vom 30. Nov. 1872 wurde S. durch königl. Verordnung in das Herrenhaus berufen, 22. März 1875 zum General der Infanterie und 1876 zum Admiral à la suite des Seeoffizierkorps befördert. Am 20. März 1883 schied S. auf seinen Antrag aus dem Dienst und lebt seit dieser Zeit in OÖstrich im Rheingau.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 268Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 3

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6