Strabo, grch. Strabon, berühmter griech Geograph, aus Amaseia im Pontus, geb. um 65 v. Chr., ging 29 nach Rom, bereiste um 25 v. Chr Agypten und lebte im übrigen unter Augustus und noch unter Tiberius meist in Rom, wo er in höherm Alter starb. Seine Bildung genoß er hauptsächlich in Alexandria, wo er sich zuerst dem Peripatetiker Boêthos aus Sidon anschloß, dann aber durch Athenodoros von Tarsos für die stoische Philosophie gewonnen wurde. Er bereiste einen großen Teil der damals bekannten Erde, von Armenien im Osten bis nach der Küste Etruriens im Westen, vom Schwarzen Meere im Norden bis zu den Grenzen Athiopiens im Süden; doch scheinen diese seine Reisen zum großen Teil bloße Küstenfahrten gewesen zu sein. Nach Vollendung seiner Reisen verfaßte er zunächst ein verlorenes histor. Werk, „Histor. Denkwürdigkeiten » (&Loroptad rohtvyñb⁴ταν) betitelt, das in 4 Büchern die frühere Zeit kurz, dann, wohl in 43, ausführlich an das Geschichtswerk des Polybios (s. d.) sich anschließend, die Zeit von da ab wenigstens bis auf Cäsars Tod behandelte. Erhalten dagegen ist, bis auf das siebente Buch, von dessen letztem Teile nur Bruchstücke vorhanden sind, das wahrscheinlich bald nach 23 n. Chr. vollendete geogr. Werk, Iραιροια betitelt, in 17 Büchern, von denen das erste und zweite nach einer histor. Einleitung über die frühern Geographen (unter denen er verkehrterweise den Homer voran und am höchsten stellt) die mathem. und physische Geographie, das dritte bis siebzehnte die Chorographie, von Spanien anhebend und mit dem westl. Afrika schließend, behandelt. Außer den auf seinen eigenen Reisen gemachten Beobachtungen hat er für den allgemeinen Teil besonders die geogr. Werke des Eratosthenes, für die Topographie Artemidoros, sowie auch die histor. Werke des Polybios und Poseidonios und für Griechenland Apollodors Kommentar zum „Schiffskatalogo im 2. Buche der «Ilias benutzt. Die Reste des Geschichtswerks stehen in Müllers «Kragmenta historicorum Graecorumo. Die beste kritische Ausgabe des geogr. Werks ist die von Kramer (3 Bde., Berl. 1844—52), die beste Handausgabe die von Meineke (3 Bde., Lpz. 1851 —52; vgl. dessen Vindiciae Ftrabonianaen, Berl. 1852); eine Ausgabe mit lat. Übersetzung und Karten lieferten C. Müller und F. Dübner (2 Bde., Par. 1853—57). Für die Sacherklärung ist die auf Befehl Napoleons I. von de la Porte du Theil, Korais und Gosselin verantaltete franz. übersetzung (5 Bde., Par. 1805 - 19) noch jetzt brauchbar. Von deutschen übersetzungen sind die von Groskurd (4 Bde., Berl. 1831—34) und die von Forbiger (7 Bdchn., Stuttg. 1856 - 58) zu nennen. Vgl. Niese im Hermesv (Bd. 13, 1878) und im Rheinischen Museumv (Bd. 32 und 38). „Strachino wird ein im nördl. Italien angefertigter Käse genannt.