Straßburg im Elsaß, Festung ersten Ranges, Hauptstadt des deutschen Reichslandes Elsaß-Lothringen, liegt 42 34 nördl. Br. und 25 21 östl. L. (von Ferro), 3 km vom Rheine entfernt, in einer schönen und fruchtbaren Ebene, am Zusammenfluß der Ill und Breusch, mit schönen Anlagen (Oranerie, Contades), zählt (1880) einschließlich 9485 Militärpersonen 104 471 C., von welchen 51858 Katholiken, 48691 Evangelische und 3521 Israeliten, 69 751 geborene Elsässer, 30696 eingewanderte Deutsche und 4024 Ausländer sind, 81313 innerhalb der Umwallung, 23 158 in den Vororten lebten; 1885 zählte man 112019 CE. S. ist Knotenpunkt der Hauptverkehrsstraßen Frankreichs und der Schweiz nach Deutschland und Belgien, Ausgangspunkt des Rhein-Marne⸗ und Rhein-Rhöne-Kanals, sowie der Elsaß-Lothringer Eisenbahnlinien von S. nach Basel, Rothau, Avricourt, Weißenburg, Lauterburg und Appenweier. S. ist Sitz des kaiserl. Statthalters, des Ministeriums und des Oberschulrats für Elsaß-Lothringen, des Bezirkspräsidenten und des Bezirksrats für Unterelsaß, einer Polizeidirektion, der Kreisdirektion für den die Kantone Brumath, Hochfelden, Schiltigheim und Truchtersheim umfassenden, 560 àkm großen und (1880) 78 689 C. zählenden Landkreis S., der Generaldirektion der Zölle und der indirekten Steuern für Elsaß-Lothringen, der Direktion der direkten Steuern für Elsaß-Lothringen, der Generaldirektion der Reichseisenbahnen, einer Handelskammer, einer Reichsbankhauptstelle, eines Landgerichts mit einer Kammer für Handelssachen, eines Amtsgerichts und eines Gewerbegerichts, ferner des Bischofs von S., des Oberkonsistoriums und des Direktoriums der Kirche Augsburgischer Konfession und des L In S. * der Landesausschuß des und der Bezirkstag des Unterelsaß. sich das Generalkommando des 15. teilen fast aller deutschen Bundesst ten Armeekorps, die Stäbe der 31. 61. und 62. Infanteriebrigade, der? und der 15. Feldartilleriebrigade, nieurinspektion und die 10. Festu ein Festungsgouverneur, ein Festt dant. Die wohlhabende, in acht (darunter fünf im Innern der Stadt) tone eingeteilte Stadt, welche Eigenti tender Waldungen am Rhein und esen bei Barr und Wasselnheim ist, böhere Töchterschule (errichtet 1875), len, 19 Kleinkinderschulen, ein frül Staate subventioniertes Stadttheate konservatorium, eine Stadtbibliothe archiv, eine Kupferstichsammlung, ei Museum; die Errichtung eines städtise für Kunst und Kunstgewerbe steht bevo lichen Unterrichtsanstalten besitzt S. Oberrabbiners.zwei Realschulen, ein prot. Lehrer⸗ und ein Lehre5 Reichslandes rinnenseminar, sowie eine Präparandenschule und Hier befinden die an Stelle der frühern 1631 demte 1 Universiaus Truppen⸗ tät und nachmaligen franz. Akademie 1. Mai 1872 taaten gebilde⸗ neugegründete, 1884 mit 81 Professoren besetzte und „Division, der von 858 Studierenden besuchte Kaiser-Wilhelms31. Kavallerie-Universität; mit dieser verbunden sind das Thomasdie 3. Inge⸗ stift, die Sternwarte und die nahezu 600000 Bände ingsinspektion, enth id Straßburgs mit den neuen Befestigungen. dungskomman⸗ welche größtenteils aus freiwilligen Gaben zum Polizeireviere Ersatze der kostbaren, insbesondere an Handschriften und vier Kan⸗ reichen, 1870 während der Belagerung verbrannten ümerin bedeu⸗ straßburger Bibliothek entstanden ist: ferner bestehen )hKein den Vo⸗ in S. ein 1538 gegründetes, 1864 neugebautes prot. unterhält eine Gymnasium, ein kath. Gymnasium zu St. Stephan, 22 Volksschu⸗ zahlreiche höhere Privaterziehungsanstalten, len her auch vom Priesterseminar, und an wohlthätigen Anstalten er, ein Musik-eine Bezirks⸗, Findel⸗ und Waisenanstalt, sowie 56 ek, ein Stadt⸗ umfangreiches Bürgerhospital, mit welchem ie in naturhistor. Universitätskliniken und eine Wumn Slit die Gechen Museums stalt verbunden sind. In und um S. ist ut eor. An staat⸗ werbthätigkeit von hervorragender Bedeu Nen ein Lyceum, wichtig sind namentlich die Gerbereien, Färbereien, Lederfabriken, Tabakfabriken (darunter die kais erl. Tabaksmanufaktur); Hauptexportartikel sind Bier, Hopfen, Gänseleberpasteten (Spezialität), Wurstwaren, zubereitetes Sauerkraut. dar die Interessen der Rlsah⸗ ucht besteht in S. das Landesgestüt r Elsaß-Lothringen. Unter den öffentlichen Gebäuden S.s ist das Münster (Monasterium beatae Mariae Virginis) weltbekannt als ein herrliches Denkmal altdeutscher Kunst. Den Grundstein zu dem Münster legte 1015 Bischof Werner von Habsburg; 260 Jahre wurde an den einzelnen Kapellen und dem Schiffe gebaut, bis Erwin von Steinbach, der Baumeister des freiburger Münsters (gest. 17. Jan. 1318), unter Konrad I. von Lichtenberg die Facade bis zum Ansatze der Türme vollendete; verschiedene Baumeister, wie Gerlach, Kuntze, Ulrich von Ensingen, führten den Bau von 1341 bis 1419 fort und Johann Hültz aus Köln (1419—49) stellte 1439 den das weithin sichtbare Wahrzeichen S.s bildenden 142m hohen nördl. Turm fertig, während der südliche nur bis zu der 66 m hohen Plattform ausgeführt und mit dem nördlichen durch ein Zwischenstück verbunden worden ist. file im dieses langdauernden Baues sind alle Baustile im Münster vereinigt. Der ganze Bau ist 115 mlang, 43 mebreit und das Mittelschiff 30 m hoch. Von den am Münster befindlichen Statuen sollen einzelne am roman. Südportal von einer Tochter Meister Erwins, Sabina, verfertigt sein. Das Münster besitzt ausgezeichnete Glasmalereien aus dem 14. Jahrh., ferner die 1486 von Joh. Iraßbmaer erbaute Kanzel und die 1570—74 vom traßburger Mathematiker Konrad Dasypodius und Magister Wolkenstein konstruierte Uhr, welche bis 1789 im Gange war, während die jetzige Uhr von dem Mechaniker und Uhrmacher Schwilgus 1838 —42 hergestellt * Im J. 1878 wurde aus dem sehr bedeutenden Baufonds die Vierungskuppel im roman. Stile ausgebaut, sowie der Chor durch Professor Steinle in Frankfurt a. M. und Steinheil in Paris mit Freskogemälden geschmückt. Außer dem Münster besitzen die Katholiken noch sechs Kirchen. Unter den sieben prot. Kirchen sind die an Stelle des 1870 zerstörten Temple-Neuf 1873 erbaute Neue Kirche und die aus dem 14. Jahrh. stammende Thomaskirche mit dem auf Veranlassahr Ludwigs XV. von Pigall in Marmor ausgeührten Grabdenkmale des Marschalls Moritz von Sachsen hervorzuheben. Zwei Kirchen sind durch Amoftn ⸗ abgeteilt derart, daß das Chor den atholiken, das Schiff den Evangelischen überwiesen ist. Erwähnenswerte Gebäude sind ferner: das kaiserl. Schloß, in welchem sich die Universitäts- und Landesbibliothek befindet, die neuen Universitätsgebäude vor dem alten Fischerthore mit dem von Professor Warth in Karlsruhe entworfenen allgemeinen Kollegienhause, den chem. und physik. Instituten, dem botan. Garten und der Sternwarte, die Residenz des Statthalters (ehemalige Iranenban das neue Bahnhofsgebäude, das sog. rauenhaus, das Bezirkspräsidium, das Generalkommando, das Gouvernement, das Landgerichtsgebäude, das Stadthaus, das Theater, die Gebäude der Bodenkreditgesellschaft und der Verschen Gebdule der Germania, sowie die militärichen Gebäude der Citadelle und die neue Manteufel-Kaserne. An Denkmälern schmücken die Stadt iejenigen Gutenbergs, Klebers, Desaix' und des verdienten Präfekten Lezay-Marnesia, der Züricherbrunnen mit der Büste des Dichters des (Glückhaften Schiffeso, Sebastian Brant. An der Stelle des heutigen S. befand sich zur Römerzeit das Kastell Argento ratum, das bald — einem Haupthandels⸗ und Waffenplatze wurde. achdem die Alamannen hier 262, sowie vom Kaiser Julian 357 zurückgewiesen worden waren, eroberten sie 406 den Ort; nach mehrfachem Wechsel gelangte derselbe 496 in die Gewalt des Frankenkönigs Chlodwig, welcher ihn Strateburgum benannte. Unter der Herrschaft der Merovinger gewann das Gebiet des neugegründeten Bistums S. bald eine große Ausdehnung; reiche Schenkungen Karls d. Gr. vermehrten dasselbe noch. Mit der Zunahme der Bevölkerung wuchs die Macht der Bürgerschaft, die 982 eigene, vom Bischofe unabhatdiae Gerichtsbarkeit und nach vielfachen Fehden mit den Bischöfen nach der Niederlage des Bis ofs Walter von Geroldseck bei Oberhausbergen (1262) die 1201 erlangte Reichsfreiheit 1273 durch Rudolf von Habsburg bestätigt erhielt. Im J. 1332 wurden die Zünfte zur Teilnahme am Stadtregimente zugelassen. Mitten unter die Kämpfe der Zünfte und der adeligen Geschlechter fällt auch die grausame Verfolgung und Vertilgung der Juden (1349). Mit der Zeit wurde S. der Sitz großen Reichtums, der Künste und Wissenschaften; Gottfried von S., Gutenberg, Joh. Geiler von Kaisersberg, Seb. Brant, Thomas Murner, Beatus Rhenanus, Wimpheling, Joh. Fischart verknüpften ihre Namen mit der Geschichte der Stadt. Die Reformation fand in S. schnell Eingang; schon 1529 war die Stadt vollständig protestantisch; in Jakob Sturm von Sturmeck hatte dieselbe damals einen mächtigen Stettmeister, der ihr auch nach dem Schmalkaldischen Kriege zu einem vorteilhaften Frieden verhalf. Der Dreißigjährige Krieg berührte S. weniger als die übrigen Teile des Elsaß. Auch nach 1648 blieb S. deutsch, bis Ludwig XIV., gestützt auf die Entscheidungen seiner Reunionskammern, durch Louvois die Stadt 30. Sept. 1681 widerstands 8 besetzen ließ. Der Ryswijker Friede (1697) bestätigte das Verbleiben S.s bei der Krone Frantreichs. Seitdem blieb S. bis 1870—71 in franz. Besitze. Mit der franz. Herrschaft fand der Katholizismus in S. wieder Eingang; das Münster und andere Kirchen wurden dem Bischofe zurückgegeben. Im übrigen gewann die Stadt erst von der Französischen Revolution ab, in deren Folge S. die Hauptstadt des Depart. du wurde, nach und nach einen mehr franz. Charakter. S. wurde 1814 und 1815 von den Verbündeten cerniert. Am 30. Okt. 1836 scheiterte in der Finkmattkaserne zu S. der Versuch des Prinzen Ludwig Napoleon, sich zum Kaiser auszurufen. Die nach den Sgedte des straßburger Stadtbaumeisters Daniel Speckle (1577—89) nach dem Bastionärsystem umgebaute, von Vauban (1682—84 insbesondere durch den Anbau einer Citadelle sehr verstärkte, mit großartigen Inundationsanlagen versehene Festung wurde 1870 von den deutschen Truppen cerniert und belagert. Die Festungsbe⸗ —— kommandierte General Uhrich, das Belagerungskorps, aus bad. Truppen und preuß. Landwehr bestehend, General von Werder. Die Cernietung wurde vom 11. bis 17. Aug. durchgeführt; Ausfälle der Belagerten wurden 16. Aug. und 2. Sept. zurückgeschlagen; nach einem Bombardement der Festung vom 24. bis 26. Aug. begann 27. Aug. der förmliche Angriff, während dessen 241 Geschütze gegen S. in Thätigkeit waren und aus denselben 193 722 Schuß in die Stadt entsendet worden sind. Die Wirkungen dieses Bombardements waren furchtbar; 448 Häuser wurden zerstört, insbesondere das ganze Ouartier in der Steinstraße, sodann die Neue Kirche, das Theater, die Präfektur, die Bibliothek, die Bildergalerie, der Justizpalast, sehr viele, darunter auch das Münster, beschädigt, ungefähr 1700 Civilpersonen getötet oder verwundet. Am 20. Sept. wurde die Lunette 52, am 22. die Lunette 53 von den Belagerern genommen; das Brescheschießen begann. Bevor der Sturm auf die Festung erfolgte, ließ General Uhrich 27. Sept. nachmittags 5 Uhr weiße Fahnen auf dem Münster aufziehen. Tags darauf wurde zu Königshofen bei S. die Kapitulation abgeschlossen und die Stadt von den deutschen Truppen besetzt, welchen 451 Offiziere, 17451 Mann und 1250 Geschütze in die Hände fielen. Nachdem S. nebst dem ganzen Elsaß 1871 an das Deutsche Reich zurückgefallen war, wurde dasselbe Mittelpunkt der Verwaltung des Reichslandes Elsaß-Lothringen, und die Reichsregierung bestrebte sich in ebenso umfassender als liberaler Weise, die schweren Wunden zu heilen, welche das Bombardement der Stadt geschlagen hatte. Millionen wurden für Kriegsleistungen, zum Wiederaufbau der zerstörten Gebäude aus Reichsmitteln bewilligt. Die Präfektur, das Theater, die sog. Aubette (mit einem großen Konzertsaal), die Neue Kirche erstanden bald aus ihren Ruinen, und zerstörte Komplexe alter Häuser haben monumentalen Bauten Platz gemacht. Die mehrfach hervortretende Opposition der städtischen Verwaltung gegen die Landesregierung veranlaßte diese 1873 zur Absetzung des Bürgermeisters und der Beigeordneten, sowie zur Auflösung des Gemeinderats; seitdem wurde die Stadt von außerordentlichen Kommissaren verwaltet, unter deren Leitung das Gemeindeschulwesen sehr Reh Schit die Stadt mit Straßenbahnen nach Kehl, Schiltigheim, Ruprechtsau, Königshofen, Neudorf-Neuhof und Grafenstaden versehen, 1879 eine Wasserleitung hergestellt und die großartige Stadterweiterung durchgeführt worden ist. Letztere ist dadurch ermöglicht worden, daß militärischerseits eine Hinausschiebung der Festungswälle auf der Nord⸗ und Westseite zugestanden worden ist und die Stadt das dadurch frei gewordene Inwettentchofür 17 Mill. Mark erworben hat. In weitem Bogen sind um die innere Festung seit 1872 14 detachierte Forts, zum Teil von bedeutender Größe, erbaut worden; sie bilden die etwa 8 km von der innern entfernte äußere Verteidigungslinie und umfassen außer S. auch Kehl, sodaß drei dieser Forts auf dem rechten Rheinufer liegen. Durch diese Befestigungen ist S. einer der stärksten Waffenplätze des Deutschen Reichs geworden. Die Gemeinderatswahlen im Juli 1886 ergaben ein deutschfreundliches Resultat, infolge dessen der bisherige Bezirkspräsident Back, der ebenfalls in den Gemeinderat gewählt worden war, von der Regierung zum Bürgermeister von S. ernannt wurde, sodaß seitdem die Gemeindeverwaltung in S. wieder vollständig organisiert ist. Vgl. Silbermann, Lokalgeschichte der Stadt S. v (Straßb. 1775); Friese, Vaterländische Geschichte der Stadt S. (4 Bde., Straßb. 1791 — 95); Hermann, Motices sur la ville de Strasbourgo (2 Bde., Straßb. 1819); «Straßburger Chronikeno, heraus-Conversations-Lexikon. 13. Aufl. XV. gegeben von Hegel (2 Bde., Lpz. 1870—71); Ratgeber, «Reformationsgeschichte der Stadt S. v (Stuttg. 1871); Neuhaus, «Der Friede zu Ryswijk und die Abtretung von S. an Frankreich' (Freiburg i. Br. 1874); Reuß, 4Straßburger Chronik von 1667 bis 17105 (Straßb. 1877); G. Schmoller, S.s Blüte und die volkswirtschaftliche Revolution im 13. Jahrh.v (Straßb. 1875); Schreiber, Das Münster in S.» (Freiburg i. Br. 1828); Piton, WLa cathédrale de Strasbourgo (Straßb. 1861); Strobel, „Das Münster in S.y (13. Aufl., Straßb. 1874); Mitscher, Zur Baugeschichte des straßburger Münsterso (Straßb. 1876); Kraus, Straßburger Münsterbüchleins (Straßb. 1877); Kraus, «Kunst und Altertum in Elsaß-Lothringeno (Straßb. 1877); Schneegans, «L'église de St.-Thomas à Strasbourgo (Straßb. 1842); Schricker, «Zur Geschichte der Universität S. » (Straßb. 1872); Fischbach, „Krieg von 1870; die Belagerung und das Bombardement von S. » (auch in franz. Sprache, Straßb. 1871); Uhrich, Documents relatifs au siége de Strasbourgo (Par. 1872); Malartie, Le siége de Strasbourg (Par. 1872); Wagner, Geschichte der Belagerung von S.» (3 Bde., Berl. 1874 - 78); Bodenhorst, Le siége de Strasbourgo (Par. 1876); Euting, Beschreibung der Stadt S. und des Münsterso (Straßb. 1881); Mündel, «Die Vogesend (3. Aufl., Straßb. 1883); «Statist. Handbuch für Elsaß-Lothringend (Straßb. 1885); Urkunden und Akten der Stadt S.y (Bd. 1—3, Straßb. 1879 —-84); Apell, «Argentoratum. Ein Beitrag zur Lokalgeschichte von S.» (Berl. 1884); Kindler von Knobloch,« Das goldene Buch von S.» (Straßb. 1885). Das kath. Hochstift und Bistum Straßburg umfaßte im Ober⸗ und Unterelsaß, in der Ortenau und im Breisgau ein Gebiet von 1270 qkm; die bischöfl. Residenz war in S. oder Zabern. Der Bischof war deutscher Reichsfürst und blieb dies wegen der rechtsrhein. Amter Ettenheim, Oberkirch und Oppenau auch nach 1648; diese drei Amter wurden 1803 als Fürstentum Ettenheim dem Kurfürsten von Baden zugeteilt. Die im Elsaß gelegenen Besitzungen wurden gleich zu Anfang der Revolution dem durch den sog. Halsbandprozeß berüchtigten Kardinalbischof von Rohan zu Gunsten des Staats entzogen. Bis 1806 stand der Bischof von S. unter dem Erzbischof von Mainz, später, nachdem ihm ganz Elsaß als Sprengel zugeteilt war, unter dem Erzbischofe von Besangon; nach dem Frieden von 1871 ist dieses Verhältnis gelöst und das Bistum dem Papste unmittelbar untergeordnet worden. Vgl. Grandidier, «Histoire de L'eéglise