Stricken (frz. tricoter, tricotage; engl. knitting), die Herstellung verschiedenartiger Bekleidungsgegenstände, insbesondere der Strümpfe, durch Bildung einzelner, reihenweise angeordneter und ineinandergehängter Maschen aus einem fortlaufenden Faden mittels von Hand geführter oder auch mechanisch bewegter Nadeln. Je nachdem die Gegenstände offen oder rund gestrickt werden, braucht man für jede Reihe oder Tour zwei oder vier bis fünf Nadeln. Die Manipulationen der Handstrickerei bestehen darin, daß man in eine auf der linken Nadel befindliche (zuerst durch Knüpfen hergestellte) Masche mit der in der rechten Hand gehaltenen Nadel sticht, den Faden um diese schlägt, ihn durchzieht und die so entstandene neue Masche durch das sog. Abtippen vollends auf die rechts befindliche Nadel schiebt. Beim Rechts-oder Glattstricken sticht man von außen in die alte Masche und hat den Faden zur neuen Masche auf der innern Seite: beim Links⸗ oder Krausstricken findet das Umgekehrte statt. Durch entsprechende Abwechselung zwischen diesen und andern Arten der Maschenbildung (Verdrehen, Abnehmen, Zugeben u. s. w.) werden mannigfache Muster erzeugt. Die zum S. mit der Hand dienenden Nadeln (vorzugsweise Stricknadeln genannt), deren je fünf (ein Spiel oder Stock) zusammengehören, sind meist aus Stahldraht, von 20 bis 25 em Länge und an beiden Enden etwas zugespitzt; namentlich für Wollarbeiten werden der größern Leichtigkeit wegen auch solche aus Knochen oder Holz verwendet. Für große, offen zu strickende Gegenstände sind die Nadeln, welche dann bis zu 50 em Länge haben, an ihrem einen Ende mit einem Knopf versehen, um das Abrutschen der Maschen zu verhindern.