Strumpfstricker in England; um dieselbe Zeit wurde diese Kunst auch schon in Deutschland von sog. Hosenstrickern (vgl. das engl. hosier) geübt, wie denn das S. noch lange nachher zu den männlichen Arbeiten gehörte. In neuerer Zeit sind für die fabrikmäßige Herstellung gestrickter oder den gestrickten ähnlicher Waren Maschinen (s. Strickmaschine und Wirkmaschine) in Gebrauch gekommen, deren anbhaen Erzeugnisse das S. als häusliche und gewerbliche Beschäftigung der Frauen und Kinder immer mehr verdrängen. Stricker (der), ein mittelhochdeutscher Dichter, von dessen Lebensumständen nichts weiter bekannt ist, als daß er um 1240 in Osterreich lebte. Man hat von dem S. zwei größere epische Gedichte: eine dem veränderten Zeitgeschmack angepaßte überarbeitung des Rolandsliedes (s. Roland) auf Grundlage der ältern Dichtung des Pfaffen Konrad und den zum bretonischen Sagenkreisesgehörenden, noch ungedruckten Daniel von Blumentalo, offenbar eine Jugendarbeit, aus welcher Bartsch einen Kartr in der Einleitung zu seiner Ausgabe des «Karlo (Quedlinb. u. Lpz. 1857) mitgeteilt. Hatte sich der S. in diesen beiden Epen nicht über das Gewöhnliche erhoben, so erscheint er dagegen sogar tonangebend in den Beispielen, unter welcher Benennung man damals kleine Geschichten aller Art, Fabeln, Parabeln, Gleichnisreden, Allegorien, Anekdoten, Märchen u. dgl. mit angehängter moralischer Nutzanwendung, zusammenfaßte. Hier ist sein Stil leicht und sauber, aber freilich etwas kalt und trocken und in der Nuzanwendung nicht selten nur selbn In dieser Gattung hat der S. nicht nur selbst Zahlreiches gedichtet, sondern ist auch anregendes Vorbild für viele andere geworden. Gewöhnlich erscheinen Beispiele von ihm mit denjenigen anderer Dichter untermischt in den Handschriften; bis jetzt sind aber dieselben weder vollständig gesammelt, noch hinreichend gesichtet worden. Manches davon ist gedruckt in den Kleinern Gedichten von dem S. (herausg. von Hahn, Quedlinb. u. Lpz. 1839) und anderwärts. Am gelungensten sind diejenigen Stücke, in welchen er seinem Humor sich freier überlassen hat, besonders die wenigen Schwänke und vor allem Der Pfaffe Amisv, eine Sum Lcnt von den kühnen und witzigen (später zum Tei auf Tyll Eulenspiegel übertragenen) Schelmenstreichen eines engl. Priesters (herausg. in Beneckes „Beiträgen zur Kenntnis der altdeutschen Sprache und Litteratur, Tl. 2, Gött. 1832, und von Lambel, Deutsche Klassiker des Mittelalterso, Bd. 12, Epz. 187²; 2. Aufl. 1883). Eingehender behandelt die Werke des S. Bartsch in der Einleitung zu seiner Ausgabe des «Karlo. Strickgarn und Stricknadeln, s. u. Stricken. Strickgeld, s. Halftergeld. Strickgras, s. unter Esparto. Strickland (Agnes), engl. Schriftstellerin, die ochter Thomas S.s auf Reydon-Hall in der Grafschaft Suffolk, geb. 19. Juli 1796, machte sich zuerst durch die poetische Erzählung »Worcester Field, or the cavaliero, dann durch mehrere Romane und andere Schriften bekannt, wovon Historic sceneso (neue Aufl., Lond. 1852) den meisten Anklang fanden. Im J. 1840 trat sie mit dem ersten Bande ihres großen Werks Lives of the queens of Englando auf, welches sie 1848 mit dem zwölften Teile vollendete (neue Aufl., 8 Bde., Lond. 1854). Diese Arbeit ward in England mit größtem Beifall aufgenommen. Als Seitenstück dazu veröffentlichte sie sodann die Lives of the quèens of Scotlando (8 Bde., Lond. 1850—59), wovon namentlich das Leben Maria Stuarts wegen Benutzung neuer Quellen großes Interesse erregte, und «Lives of the bachelor kings of Englandy (Lond. 1861; neue Aufl. 1865). Außerdem bearbeitete sie für die Jugend Tales of illustrions British childreno (neue Aufl. 1858) und gab die von ihrer Schwester Jane S. verfaßten Three eras of Roman historys (Lond. 1854 heraus. Im J. 1866 erschien von ihr Lives of the seven Bishopsv, 1867 eine abgekürzte Ausgabe der Lives of the queens of Englando, 1872 Lives of the last four Princesses of the Royal House of Stnartv. S. starb 13. Juli 1874 zu Southwold in Suffolk. Von einer dritten Schwester Catherine, vermählten Trail, hat man Roughing in the bush, or life in Canadan (2 Bde., Lond. 1852) und von ihrem Bruder Mayor S. Iwenty-seven years in Canadas (2 Bde., Lond. 1853). Zu einem andern Zweige derselben Familie gehört Hugh Edwin S. (geb. 2. März 1811 zu Righton in Yorkshire, auf der Eisenbahn verunlückt 14. Sept. 1853), der sich als Geolog und 50000 einen geachteten Namen erworben hat. Strickmaschine (frz. machine à tricoter, tricoteuse; engl. Knitting-machine), eine Maschine zur Nachahmung der Handstrickerei. Dercharakteristij che Unterschied der Handarbeit und der Maschinenarbeit besteht in Folgendem: Bei der erstern befinden sich sämtliche Maschen einer unft oder Tour auf einer ganz glatten Nadel oder au wenigen solchen, von welcher oder von welchen man sie einzeln herabzieht, indem man mit einer zweiten Nadel durch die Masche sticht, um das durchgesteckte Nadelende eine Fadenschleife legt und letztere mit der Nadel durch die Masche zieht, wobei man diese von der ersten Nadel herabfallen läßt, sodaß sich endlich die Maschen der neugebildeten Reihe sämtlich auf der zweiten Nadel befinden. (Vgl. Stricken.) Bei der S., deren Arbeitsprinzip und Maschenbildung Fig. 3 u. 4 auf Tafel: Stick⸗, Strick- und Wirkmaschinen erkennen lassen, ist, um das gleiche Fadengebilde hervorzubringen, für jede Masche einer Reihe eine Nadel a (Fig. 4) von eigentümlicher Form vorhanden. Am obern Ende derselben befindet sich ein Haken b, ähnlich dem einer Häkelnadel, unter welchem eine kleine Klappe e, in einem Scharnier d drehbar, angebracht ist, die sich sowohl ganz herunterklappen als auch derart den Haken legen läßt, daß letzterer wie eine se geschlossen erscheint. Diese Nadeln sind parallel zueinander in den Nuten des sog. Nadelbetts senkrecht angeordnet, sodaß sie sich nur in ihrer Längenrichtung bewegen lassen. Eine über das ganze Nadelbett gehende Schiene schützt sie vor dem Herausfallen, während ein für jede einzelne von ihnen verstellbarer Anschlag ihre Beweglichkeit nach unten begrenzt. Über das Nadelbett läßt sich an einem Schlitten das sog. Schloß hin⸗ und herbewegen, dessen Hauptteile (Nadelheber und Nadelsenker) zusammen eine Rinne bilden, welche beim Hin⸗ und +. des Schlosses die aus den Nuten hervorstehenden Nadelköpfchen aufnimmt und an ihnen angreifend, die Nadeln nacheinander hinauf- und wieder herabschiebt. Gleichzeitig mit dem Schloß wird ein Fadenführer derart bewegt, daß jedesmal in diejenige Nadel, welche mit geöffnetem Haken in ihrer höchsten Stellung steht, der Faden eingelegt wird. Die diese Nadel unterhalb des Hatens umschließende Masche der bereits fertigen