Stromeyer (Georg Friedr. Louis), verdienter Chirurg, der älteste Sohn des frühern königl. hannov. Leibchirurgen Christian Friedrich S., welcher die Kuhpockenimpfung zuerst in Deutschland einführte, wurde 6. März 1804 zu Hannover geboren. Er studierte Medizin am anatom.⸗chirurgischen Institut seiner Vaterstadt, in Göttingen und Berlin. Bis 1828 war er auf Reisen in Wien, London und Paris. Sodann wurde er Lehrer der chirurgischen Schule zu Hannover und königl. Hofchirurg, 1838 Professor der Chirurgie in Erlangen, 1841 in München, 1842 in Freiburg. Im Herbst 1848 wurde er nach Kiel berufen als Professor der Chirurgie und Generalstabsarzt der schlesw.⸗holstein. Armee und kehrte 1854 als Generalstabsarzt der königlich hannov. Armee nach G. Al vr urück. Im J. 1866 pensioniert, lebte S. als praktischer Arzt zu Hannover. Im Deutsch-Französischen Kriege von 1870 und 1871 fungierte er als konsultierender Chirurg der Dritten Armee. Er starb zu Hannover 15. Juni 1876. S. schrieb: aUber Paralyse der Inspirationsmuskelno(Hannov. 1836), eine physiol. Abhandlung über die Ursachen der gewöhnlichen Rückgratsverkrümmung; „Beiträge zur operativen Orthopädik» (Hannov. 1838; 2. Aufl. 1839), in denen er unter anderm eine von ihm erfundene Schieloperation darlegt, die von Dieffenbach in die Praxis eingeführt und von der pariser Akademie durch Verleihung eines Preises belohnt wurde. Sehr geschätzt sind von S.s Schriften auch das Handbuch der Chirurgies (2 Bde., Freiburg i. Br. 1844—67) und die Maximen der Kriegsheilkunsto (Hannov. 1855; 2. Aufl. 1862), denen sich die Erfahrungen über Schußwunden im J. 18665 (Hannov. 1867) anschlossen. Seine Selbstbiographie gab er unter dem Titel «Erinnerungen eines deutschen Arztes (2 Bde., Hannov. 1875) heraus. Vgl. Niemeyer, «Georg Friedrich Louis S.» (in Unsere Zeito, Jahrg. 1876, 1. Hälfte).