Thiersch (Karl), namhafter deutscher Chirurg, Bruder des vorigen, chen, widmete sich erst auf der Universität seiner Vaterstadt, dann zu Berlin, Wien und Paris mediz. Studien und machte 1850 als freiwilliger Arzt den zweiten schlesw.⸗holstein. Krieg mit, während dessen Stromeyer auf seine ch Einfluß übte. Nachdem er hierauf 1848—54 als Prosektor für pathol. Anatomie zu München gewirkt, ging er 1854 als Professor der Chirurgie nach Erlangen, von wo er 1867 in gleicher Eigenschaft nach Leipzig übersiedelte. Den Deutsch-Französischen Krieg von 1870 und 1871 machte er als konsultierender Generalarzt im 12. Armeekorps mit. Unter T.s wissenschaftl heben: eine Untersuchung über die Entwickelung der innern Genitalien, Welch maphroditismus von Einfluß wurde (in Rubners Mediz. Zeitschrifte, Bd. 1, 1852); eine Experimentaluntersuchung über die Infektionsfähigkeit der Cholera, über die er in schen Akademie gekrönten Schrift Infektionsversuche an Tieren mit dem Inhalt des Choleradarmso (Münch. 1856) berichtete; ferner seine während seines Aufenthalts in Erlangen angestellten Untersuchungen über die krankhaften Gewächse des mensch—⸗ lichen Körpers, deren Ergebnisse er teilweise in dem Werke «Der Epithelialkrebs namentlich der Hauto (Epz. 1865, in Fol., mit einem Atlas, zu welchem die bis jetzt wohl unübertroffenen Zeichnungen von O. Schrön angefertigt wurden) niederlegte. Auch lieferte T. für Billroths und Pithas «Handbuch der allgemeinen und speziellen Chirurgied (1867) eine Experimentaluntersuchu Veränderungen verwundeter Weichteile.