FeedSuchum Kale oder Sukhum Kaleh
ErdkundeBrockhaus 1882

Suchum Kale oder Sukhum Kaleh, Hafenstadt an der Nordostküste des Schwarzen Meers im Lande der Abchasen, 45 kmim Südosten von Anapa und 30 kEm im Nordwesten von Gelendschik an der Zemesbai und dem in dieselbe einmündenden Beslabach gelegen, besitzt eine alte Citadelle, deren Gräben ausgefüllt worden sind, und wurde durch die Russen, die sich des Ortes bereits 1810 bemächtigten, zu einer Verpflegungsstation ihrer transkaukaf. Armee mit neugebauten, bedeutenden Magazinen erhoben. Einer haltbaren Befestigung der Stadt stand die Überhöhung durch eine hinter ihr aufsteigende Bergkette entgegen. Zu Anfang des Krimkriegs (24. April 1854) wurde S. aus Anlaß der sicherzeits eines engl.⸗franz. Geschwaders russischerseits geräumt und durch die bchasen unmittelbar danach verbrannt. Nach hergestelltem Frieden wurde der Ort nur allmählich, aber auf Grundlage eines umfassendern Plans wieder aufgebaut. Diese neuen Anlagen 7 1862 erst 318, 1874 bereits 1161 E. Im Mai 1877, kurz nach Ausbruch des Russisch-Türkischen Kriegs von 1877 und 1878, wurde S. durch eine Abteilung Türken besetzt. Im Herbst 1877 räumten die Türken den Ort, welcher, darauf abermals von den Abchasen verbrannt, nunmehr nur noch eine Trümmerstätte ist.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 340Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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