Tecke-Turkmenen heißen die türk.⸗tatar. Nomaden, welche die Steppe zwischen Persien, Afghanistan, Bokhara und Chiwa bewohnen; ihr Gebiet reicht nördlich bis zum Atrek. Die T. erkannten früher zeitweise die Oberhoheit von Persien und Chiwa an, sind jedoch thatsä lich stets unabhängig gewesen und haben namentli gegen die Perser, die 1 als Schiiten auch au religiösem Gebiete als Gegner gegenüberstanden, beständig Kriegszüge unternommen und deren Grenzprovinzen verwüstet. Die gefangenen Perser wurden als Sklaven nach Bokhara und Afghanistan verkauft. Auch den Handelskarawanen der Russen thaten die T. viel Abbruch und machten sich überhaupt durch ihre Räubereien allenthalben gefürchtet. Die T. zerfallen in zwei Hauptstämme: die A chaltekinzen, welche am Nordostabhange des Kuren Dagh teilweise in Ansiedelungen wohnen, und die Tekinzen von Merw (. d.). Die Achaltekinzen griffen wiederholt russ. karawanen, die über den Ust-Urt nach Chiwa zogen, sowie die der russ. Herrschaft unterworfenen Vomuden an und überfielen 1870 den russ. Posten Michailowsk südlich von Krasnowodsk, worauf die Russen ihre starke Festung Kisil Arwat zerstörten. Auch in den folgenden Jahren hatten die Russen dort beständig Kämpfe zu bestehen, und 1877 kam es südlich von Kisil Arwat zu einem größern Gefecht, in welchem der russ. General Lomakin zwar siegte, aber doch durch Mangel und Krantheit genötigt war, die Truppen nach Krasnowodsk zurückzuführen. Im J. 1878 gewannen die Russen die Linie des Atrek von der Mündung bis zum Sumbar und befestigten dort Tschat und Tschikischljar. Diese Linie und sogar Krasnowodsk wurden im April 1879 von den T. angegriffen. Darauf unternahm General Lazarew mit gegen 10000 Mann und 18 Geschützen vom Atrek aus einen Zug gegen die Oase der Achaltekinzen, starb indessen bald nach dem Beginn des Unternehmens. Sein Nachfolger, General Lomakin, erreichte nach mehrern Gefechten 11. Sept. das befestigte Geok-Tepe, traf dort auf 15 000 Tekinzen und mußte wegen Mangel an Verpflegung den Rückzug antreten; die russ. Truppen erreichten 2. Okt. Terssachan und erlitten starke Verluste. Für das Jahr 1880 war ein größeres Unternehmen gegen die Achaltekinzen geplant, das aber unterblieb, da zu Beginn des Jahres wegen der Kuldschafrage Verwickelungen mit China in Aussicht standen. Die T. hatten Kenntnis von der ihnen drohenden Gefahr und hielten im Jan. 1880 zu Merw eine Beratung unter dem Vorsitze von Nur Werdi Chan, des Oberhauptes der Achaltekinzen, in welcher gemeinsamer Widerstand gegen die Russen beschlossen ward und alle Männer von über 14 Jahren zum heiligen Kriege aufgeboten wurden. Man rechnete darauf, 60000 Krieger zuf ammenzubringen. Die russ. Regierung beauftragte den mit der Kriegführung 7 centralasiatische Völker vertrauten General Skobelew (s. d.), zunächst eine Reihe befestigter Posten und geeignete Verbindungen herzustellen. General Skobelew besetzte 11. Juni Bami und befestigte diesen durch seine Lage zum Ausgangspunkte für den gegen die Achaltekinzen geeigneten Platz, in welchem allmählich bedeutende Vorräte angesammelt wurden, förderte den Bau einer Militäreisenbahn (diese war 1.Okt. 1880 auf 22km, 25. Jan. 1881 dagegen auf 106 km betriebsfähig) und baute Etappenstraßen, welche durch eine Reihe befestigter Posten sichergestellt wurden. General Skobelew unternahm sodann 13. Juli einen Streifzug nach der Oase der Achaltekinzen und gelangte bis vor deren stark befestigte Hauptstadt Geok-Tepe, wo er gegen 10000 T., darunter 700 Reiter aus Merw, vorfand; er zerstörte viele Vorräte, brannte das Getreide nieder, wich aber einem größern Kampfe aus und kehrte 23. Juli nach Bami zurück. Für den Winter wurde ein größeres Unternehmen gegen die Achaltekinzen s orgfältig vorbereitet. Als die Verpflegung einer stärkern Heeresabteilung auf ein halbes Jahr sichergestellt war, trafen aus Kaukasien Verstärkungen ein, und im Dezember trat General Skobelew den Vormarsch gegen Geok-Tepe an, nachdem kurz vorher 4000 T. einen Raubzug nach Beurma unternommen und dort 500 Kamele fortgenommen hatten. Am 11. Dez. nahmen die Russen Karys und Kelat, am 14. den Aul Jegman-Batyrkul, welcher den Namen »Samurskische Befestigunge erhielt und als Depotplatz eingerichtet wurde. In den nächsten Tagen fanden vor Geok-Tepe mehrere Gefechte statt, in denen die Russen dem Feinde zwar starke Verluste zufügten, aber selbst zwei Geschütze einbüßten und schließlich in das nur 11 kmentfernte Lager der Samurskischen Befestigung zurückgingen, bis zu Anfang des Januar 1881 Verstärkungen unter Oberst Kuropatkin eintrafen. Am 4. Jan. wurde Geok-Tepe eingeschlossen und 1800 mevon derselben bei Jangikala ein befestigtes Lager bezogen, am 5. die erste und am 8. die zweite Parallele eröffnet, an den beiden folgenden Tagen unternahmen die T. starke Ausfälle, erbeuteten dabei sogar ein russ. Geschütz, wurden aber schließlich mit großem Verlust in den Platz zurückgeworfen, worauf die Russen am 10. einige voreschobene Werke eroberten. In den folgenden Tagen wurde die Festung heftig beschossen und der Minenkrieg eröffnet, am 24. Jan. erfolgte der Sturm, welcher nach blutigem mehrstündigen Kampfe die Russen zum Herrn von Geok-Tepe machte. Auf der Flucht wurden 8000 T. von der verfolgenden Kavallerie niedergemacht. Schon am 18. Jan. trat ein Teil des Expeditionskorps den Marsch nach Aschabad an und besetzte diese Stadt ohne Kampf 30. Jan. Von dort aus sendete General Skobelew 1. Febr. zwei Kolonnen in südöstl. Richtung bis an den Tedschent-Fluß. Inzwischen waren die in Geok-Tepe befindlichen Familien der in die Wüste und nach Merw geflohenen T. in Gefangenschaft verblieben und die Achaltekinzen durch General Skobelew zur Unterwerfung unter die russ. Herrschaft aufgefordert worden. Von allen Seiten erschienen in Aschabad und bei den am Tedschent stehenden Kolonnen die Stammhäuptlinge, darunter auch der Chan Tokmasserdar, und erklärten ihre Ergebenheit, wogegen ihnen Freiheit und Sicherheit des Lebens und Eigentums zugesichert wurden. Durch Ukas vom 18. Mai 1881 wurde die Oase der Achaltekinzen mit dem transkaspischen Gebiet vereinigt und der obern Leitung des kaukasischen Militärbezirks unterstellt. Seitdem ist im Dez. 1883 auch Merw (s. d.) befestigt und 31. Jan. 1884 mit dem russ. Reiche vereinigt, auch die vom Kaspischen Meere ausgehende Militärbahn uber Aschabad bis nach Merw in Betrieb gesetzt und deren Weiterbau nach Bokhara in Angriff genommen worden. Vgl. Beihefte 6 und 7 des (Militär-Wochenblatto (Berl. 1881).