Sulzer (Joh. Georg), Philosoph und Asthetiker, geb. 6. Okt. 1720 zu Winterthur im schweiz. Kanton Zürich, war von 25 Kindern das jüngste und verlor 1734 seine Altern an einem Tage. Er erhielt seine Bildung in Zürich, wurde 1740 Gehilfe des Predigers zu Maschwanden, wo er seine «Moralischen Betrachtungen über die Werke der Naturv (1741) schrieb, welche Sack in Berlin herausgab. Hierauf unternahm er 1742 eine Reise durch die Schweiz; dann ging er nach Berlin und wurde hier 1747 Professor der Mathematik bei dem Joachimsthalschen Gymnasium. Nachdem er mit Ramler die Kritischen Nachrichten aus dem Reiche der Gelehrsamkeito (1750) herausgegeben, Mita er auf einige Zeit nach der Schweiz. Als Mitglied der berliner Akademie der Wissenschaften schrieb er mehrere philos. Abhandlungen in franz. Sprache ldeutsch, 2 Bde., Berl. 1773). Im J. 1763 wurde er Professor bei der Ritterakademie in Berlin. Er starb 25. Febr. 1779. S.s Hauptwerk ist die Allgemeine Theorie der schönen Künster (neue Ausg., 4 Bde., Lpz. 1792—94), das noch größern Wert durch die litterarischen Zusätze von Blankenburg (3 Bde., Lpz. 1796—98) und durch die von Dyk und Schatz herausgegebenen Nachträge, oder Charakteristik der vornehmsten Dichter aller Nationen» (8 Bde., Lpz. 1792—1808) erlangte, jetzt aber veraltet ist. S. suchte darin die Lehren der Wolf'schen Schule mit den Ansichten der Engländer und Franzosen eklektisch zu vereinigen, auf populäre Weise darzustellen und das Interesse der schönen Künste von der Moral abhängig zu machen. Auch Sis übrige Werke, wie seine Vorübungen zur Erweckung der Aufmerksamkeit und des Nachdenkens » (3 Bde., Nürnb. 1768; 3. Aufl., 4 Bde., 1780—82), erregten Aufsehen. Seine «Selbstbiographiev gaben Merian und Nicolai (Berl. 1809) heraus.