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ErdkundeBrockhaus 1882

Sutherland, nordwestlichste Grafschaft Schottlands, umfaßt ein Areal von 4885,½4 akm mit (1881) 23366 E. und wird begrenzt im N., W. und SO. vom Ocean, im S. von den Grafschaften Roß und Cromarty, im O. von Caithneß. Die Küsten fallen im N. und W. meist steil ins Meer ab und sind von zahlreichen, tief ins Land einschneidenden Fjorden durchzogen. Das Innere der Grafschaft zeigt eine nur von wenigen Straßen durchschnittene halbe Wüstenei, mit zahlreichen Hügeln und Bergen bedeckt, unter welchen der Ben-More-Assynt mit 1066 m, der Ben-Klibreck mit 1018 m die höchsten sind. Charakteristisch für das Land sind die vielen kleinen, meist mit Schilf und Teichrosen bewachsenen, sehr fischreichen Wasserbecken oder Lochs, unter welchen Loch-Shin der bedeutendste ist. Unter den Flüssen sind die in den Dornoch-Firth mündenden Ströme von Helmsdale und Brora und die nach Norden zu sich ergießenden Halladale und Strath-Naver zu erwähnen. Das Klima ist ungemein rauh und nebelig, nur an den Küsten etwas gemäßigt. Wo sich eine schmale Kulturzone um das unwirtbare Land hinzieht, wird Gerste und Hafer gebaut. Das Inner liefert außer einigen Mineralprodukten noch aus gezeichnete Bau⸗, Pflaster⸗ und Schiefersteine; sonist es nur zu der allerdings großartig betriebener Schafzucht geeignet. Mehr als vier Fünftel de ganzen Grafschaft gehören dem Herzog von S Die Cinwohner sind, mit Ausnahme jener an der Südostküste, welche skandinav. Ursprungs, Kelten die in Torfhütten hausen. Hauptstadt ist Dor noch (s. d.). Etwas bedeutender ist das 1000 E zählende Fischerstädtchen Golspie, bei welchen sich das schönste Schloß Großbritanniens, das 109⁷ gegründete, jetzt aber er Dertöce don Dunrobin-Castle, der Sitz der Herzöge von S., befindet. Es ist zugleich der nördlichste Punkt, bis zu welchem Bäume in S. wachsen. Den Namen erhielt das Land vom norweg. Könige Harald, der 910 von den Orkneys nach Schottland einfiel und die zuerst von ihm betretene Küste «Südlando nannte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 385Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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