Stirling, eine Grafschaft Südschottlands, zählt (mit einer Enklave in Clackmannan) auf 1208,26m (1881) 112437 CE. Das Land ist etwa zum dritten Teil gebirgig und erhebt sich im Ben-Lomond bis u 973 m. Die Gewässer gehen teils durch den irth of Forth in die Nordsee, teils durch den irth of Clyde in den Atlantischen Ocean. Dortin strömt vom Ben-Lomond her der Forth, der die ord⸗ und Nordostgrenze bildet, und der Carron, beide in den Forthbusen; hierher der Endrick in den Loch-Lomond. (S. Lomond.) Den Südosten durchschneidet der Forth-Clydekanal. Unter den zahlreichen Seen ist auch der romantische Loch— Katrine mit dem dabei befindlichen Felsenpasse Trossachs zu erwähnen. Die Ebenen und Thäler sind überaus fruchtbar und gut angebaut, namentlich längs des Forth; doch fehlt es auch nicht an Sümpfen. An Mineralien ist S. eine der reichsten Grafschaften Schottlands, namentlich an Steinkohlen und Eisen, deren Ausbeutung und Verbrauch in großartigen Gruben⸗ und Eisenwerken, verbunden mit Woll⸗, Baumwoll⸗ und Leinweberei, die Hauptzweige der Industrie bilden. Daneben wird Ackerbau und Viehzucht betrieben, besonders auch vortreffliche Viehmästung. Hauptstadt ist der Borough Stirling, im Mittelalter Strivelin, rechts am Forth, am Abhange eines Berges erbaut, auf dessen hohem Westrande ein altes festes Schloß steht, das eine schöne Aussicht gewährt. Der Ort zählt 16013 CE. und ist Station der Linie Coatbridge-Perth-Aberdeen der Caledonischen Eisenbahn, der Linie S.⸗Thornton der Nordbritischen Bahn und der Bahn S.⸗Dumbarton. Die von den merkwürdigen Krümmungen des Forth durchflossene Ebene um S., die Carse, ist als die fruchtbarste Gegend ganz Schottlands berühmt. Unter den Sehenswürdigkeiten der Stadt ragen hervor die zweigeteilte got. Greyfriars'Kirche inmitten eines schönen Kirchhofs, auf dem sich ein Monument des Reformators 9. ert Knorx befindet, Argyle's Lodging, im 16. Jahrh. erbaut, jetzt Militärhospital, das Drummondsche Museum für landwirtschaftliche Maschinen und Geräte, sowie das auf steilem Fels gelegene, aus einem Konglomerat verschiedener Paläste und Kasernen bestehende, größtenteils zur Zeit Jakobs V. erbaute, alte Schloß (Stirling-Castle), oft Residenz der schott. Könige, wo Jakob II. und Jakob V. geboren wurden und Jakob II. 1452 den rebellischen Earl von Douglas erstach. S. hat neun Kirchen und ein Lyceum. Die Bevölkerung fabriziert Baumwoll- und Wollwaren, besonders Teppiche, und treibt starken Handel. Jenseit des Forth, etwas stromaufwärts, besiegte im Sept. 1297 der schott. Nationalheld Wilhelm Wallace die Engländer unter dem Statthunb. Schottlands Warenne und Perey von Northumberland. Auf der aus dem 15. Jahrh. stammenden malerischen Steinbrücke wurde 1571 Erzbischof Hamilton von St.⸗Andrews als Mitschuldiger an dem Morde Darnleys und Murrays er-Lenot, doch schon am 3. Sept. 1572 fiel der Regent ennor bei dem überfall von S. der Blutrache der Furchdieh zum Opfer. In der — liegen links am ßorth die Ruinen der 1147 von David 1. gegründeten Augustinerabtei Cambuskenneth und 7 km weiter südlich das Schlachtfeld von Bannockburn (. d.), wo 24. Juni 1314 Robert Bruce mit 30000 Schotten 100000 Engländer schlug; 5 km südwestlich von Bannockburn, bei Sauchieburn, wurde Jakob III. 1488 von den aufständischen Baronen besiegt und erschlagen.