Sweaborg, eine Festung und vorzüglicher Waffenplatz Rußlands am Finnischen Golf, im Gouvernement Nyland des Großfürstentums Finland. Die Festung deckt den Hafen von Helsingfors (. d.). S. wurde unter dem König Adolf Friedrich von Schweden, als nach dem Frieden zu Abo durch den Verlust der schwed.⸗finländ. Festungen die schwed. Grenze nach Rußland zu offen lag, seit 1749 durch den Feldmarschall Grafen Augustin Ehrenswärd erbaut. Ihre Bollwerke erstrecken sich über sieben Felseneilande; der Kern der Festung ruht auf Wargöe, der Hauptinsel. Sämtliche Inseln, zum Teil durch Brücken verbunden, sind meist harter Granit. Auf diesen zum Teil erst gesprengten Felsenmassen hat man die Festungswerke in doppelten und dreifachen Batterien aufgeführt, die sich terrassenförmig über die Oberfläche des Golfs erheben. Wargöe enthält Ehrenswärds steinernes Denkmal, ferner das Kommandanturgebäude, das Zeughaus, die Hauptwache, die bombenfesten Magazine und die teilweise in Felsen gehauenen Schiffsdocks. S. hat etwa 1000 Civileinwohner, deren größter Teil aus Handwerkern, Schiffbauern und Kaufleuten besteht. Die Besatzung der Festung besteht in Friedenszeit aus etwa 2000 Mann. Die Festung ging 3. Mai 1808 an die Russen über. Damit kam das Hauptbollwerk Finlands samt der Artillerie und mehrern Fahrzeugen der schwed. Schärenflotte an Rußland, welchem dann der Besitz der Festung im Frieden zu Frederikshamn 17. Sept. 1809 bestätigt wurde. Im Juni 1854 beschränkte sich die engl.⸗franz. Ostseeflotte auf Rekognoszierungen der Festung. Am 9. und 10. Aug. 1855 bombardierte der Feind S., wobei die Festung durch Feuersbrunst einigen Schaden erlitt.