FeedSymposion
Haus & KücheBrockhaus 1882

Symposion ist der griech. Ausdruck für ein nach dem Schlusse der Mahlzeit gehaltenes Trinkgelage. Dasselbe begann mit einem Trankopfer (Sponde, lat. libatio) für die Götter, worauf gewöhnlich vermittelst der Knöchel oder Würfel ein Vorsitzender (Symposiarch) ernannt wurde, der die richtige Mischung des Weins (den die Alten in der Regel mit Wasser vermischt tranken) zu beaufsichtigen, die Zahl der Becher, die jeder der Teilnehmer trinken mußte, u. dgl. m. zu bestimmen hatte. Während des Trinkens unterhielt man sich durch lebhafte, bald ernste, bald scherzhafte und witzige Gespräche, durch Aufgeben von Rätseln, durch Absingen von Liedern (Skolien), welche von den Teilnehmern in bestimmter Reihenfolge vorgetragen wurden, durch die Produktionen von Harfen-und Flötenspielerinnen wie auch von Tänzerinnen, Gauklern und Gauklerinnen verschiedener Art. Bisweilen schloß sich auch an das S. noch ein nächtlicher Zug mit Fackeln und Musik zum Hause eines Freundes oder einer Geliebten (grch. 2545, lat. comissatio) an. Ein anschauliches, wenn auch zum Teil idealisiertes Bild eines durch geistreiche Unterhaltung gewürzten athenischen S. haben Xenophon und Platon in ihren, den Titel KSymposiono tragenden Schriften, in denen beiden Sokrates die Hauptrolle spielt, hinterlassen; ähnliche Schriften unter gleichem Titel von Aristoteles, Speusippos u. a. sind verloren. Bei einigen spätern griech. Schriftstellern, wie bei Plutarch und Athenäos, ist die Einkleidung in „Tischgespräches eine Form zur Aufzeichnung verschiedenartiger gelehrter Notizen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 405Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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