FeedSynkretismus
ReligionBrockhaus 1882

Synkretismus (grch.) bedeutet überhaupt das Verfahren derjenigen, welche, um den Frieden unter streitenden Parteien herzustellen, die Unterscheidungslehren derselben dergestalt erklären, daß jede Partei ihre eigenen Meinungen und Lehren in den Erklärungen zu finden glaubt. So wurden im 16. Jahrh. diejenigen Philosophen, welche zwischen Platos und Aristoteles' Philosophie vermitteln wollten, Synkretisten genannt. In der prot. Theologie wurden seit dem Anfang des 17. Jahrh. die Anhänger des Georg Calixtus (s. d.) und die helmstedter Theologen Synkretisten genannt, weil sie neben der Heiligen Schrift die Tradition aus den ersten christl. Jahrhunderten als untergeordnete Erkenntnisquelle der Lehre wollten gelten lassen und das Apostolische Symbolum für hinreichend hielten zur Bestimmung der Grundlehren derschristl. Kirche und deshalb auch zur Herstellung des Friedens unter allen Parteien.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 408Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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