Synergismus (grch.) und Synergistische Streitigkeiten heißt die in der christl. Dogmatik hervorgetretene Ansicht, daß der menschliche Wille bei der Bekehrung sich nicht ganz passiv verhalte, sondern der berufenden Gnade sich hingeben, dem Worte Gottes beistimmen könne. Für diese Meinung sprach in der Reformationszeit namentlich Melanchthon und seine Schule, während das strenge Luthertum an der absoluten Unfähigkeit des natürlichen Willens, vor, bei oder nach der Bekehrung mitwirken zu können, festhielt und die Lehre von der „Synergies des Pelagianismus beschuldigte. Infolge dieses Gegensatzes entstanden seit 1557 in der deutsch-evang. Kirche eine Reihe heftiger Lehrstreitigkeiten, in denen auf Melanchthonscher Seite Pfeffinger und Strigel, auf streng lutherischer Flacius und Amsdorf hervortraten. Das Ende des Kampfes war die Zurückweisung der Melanchthonschen Richtung in der Konkordienformel. Das moderne Luthertum hat sich dem S. wieder genähert, doch unter dem Vorbehalt, daß auch die Mitwirkung des Menschen bei der Bekehrung nicht mit dessen natürlichen, sondern mit den durch die vorbereitende Gnade geschenkten Kräften erfolge.