Theophilus, Vorläufer des Dr. Faust, war nach der Legende Vizedominus oder Bistumsverweser 5 Adana in Cilicien. Nach dem Tode seines Bischofs einstimmig zu dessen Nachfolger erwählt, schlug er aus Bescheidenheit die ihm zugedachte Ehre aus, ward aber bald danach auf Anstiften von Verleumdern durch den neuen Bischof auch er seines frühern Amts entsetzt. Da suchte er )e bei einem zauberkundigen Juden, der ihn bei Nacht in eine Versammlung von Teufeln führte, deren - Oberster ihn Christus und Maria verleugnen und r. eine Verschreibung seiner Seele ausstellen ließ. Miror dessen am nächsten Morgen von den 1d Bischof wiederum in seine Würden eingesetzt, nahn 5 T. nun ein übermütiges, herrisches Betragen Doch bald kam ihm die Reue, und durch 40tägig Fasten und Beten bewog er Maria, daß sie be ihrem Sohne sich für ihn verwendete und den Teufel den Brief wieder abnahm, den sie dem Rer mütigen, als er ermattet in der irche eingeschlafer während des 10. . Urie durch einen ebenfalls unbekannten neapolit. Priester Paulus ins Abendland, wo sie sich sehr rasch und weit verbreitete. Noch während des 10. Jahrh. begegnet man einer Bearbeitung in lat. Versen unter den Werken der Nonne Roswitha (s. d.), und noch vorzüglicher behandelte sie in lat. Versen der 1123 gestorbene Bischof von Rennes, Marbod. Auch franz., deutsche und niederländ. Bearbeitungen der Legende gibt es. Dramatisch ward die Legende zuerst französisch bearbeitet durch Rutebeuf, dann wiederholt während des 14. und 15. Jahrh. in niederdeutscher Sprache. Bildlich ist sie in franz. Kirchen dargestellt. it dem 16. Jahrh. scheint sie zu verschwinden.