FeedSchisma (grch.)
ReligionBrockhaus 1882

Schisma (grch.), eigentlich Spaltung, bezeichnet nach dem ältern, schon im Neuen Testament si findenden Gebrauche des Wortes kirchliche Parteiungen allerlei Art. Später wurde das Wort auf solche Differenzen bezogen, welche nicht sowohl die Lehre als die Verfassung der kath. Kirche betreffen. Schismatiker heißen daher im Unterschiede von Ketzern (s. d.) nach röm.⸗kath. Sprachgebrauche diejenigen, welche, obwohl in der Lehre rechtgläubig, sich doch von der kirchlichen Gemeinschaft getrennt halten, insbesondere die Kirchengewalt des Papstes nicht anerkennen. Dahin gehören namentlich die griech.⸗orient. (nichtunierten) Christen, aber nicht die Protestanten. Außerdem wird das Wort S. auch von den kirchlichen Spaltungen gebraucht, welche im Mittelalter mehreremal durch die Wahl mehrerer Päpste nebeneinander herbeigeführt wurden. Am bekanntesten in der Kirchengeschichte ist das sog. während dessen die abendländische Kirche sich in die Anerkennung des Papsttums zu Rom und zu Avignon theilte. (S. unter Papst.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 367Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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