Syrokomla (Wladyslaw), Pseudonym des poln. Dichters Ludwig Wladyslaw Kondratowicz (S. ist der Name des Wappens der Familie). Er ward 17. Sept. 1823 im russ. Gouvernement Minsk geboren, besuchte einige Zeit ein Gymnasium, lebte aber dann als Niemen (1844 — 53), später in Borejkowizezyzna bei Wilna und starb 15. Okt. 1862 in Wilna. Trotz der ärmlichen Verhältnisse, in denen S. lebte und starb, wußte Selbstudium und Umgang mit gelehrten Freunden eine ziemlich bedeuten machte sich zuerst ver lübersetzungen der polnisch-latein. Dichter der Epoche Sigismunds (Janicki, Kochanowsti, Klonowicz, Sarbiesti), welche in Kraszewstis Ateneumo, später auch gesondert (6 Bde., Wilna 1851—52) erschienen. Ihnen folgten ebensolche übersetzungen von lat. Werken über eine Reihe originaler Erzählungen (Gaweden), von denen die bedeutendste »Der wohlgeborne Jopar Karlinskiv, „Die Dorfpolitiker „ u. a.), Gedichte, eine Geschichte der poln. Litteratur (Daieje literatury wPolsce „ In diesen Arbeiten erweist sich S. nicht nur als nationaler, sondern auch meist als echt populärer Schriftsteller, und in ih begründete sog. litauische Schule der poln. Litteratur einen würdigen Abschluß. Eine Gesamtausgabe von Kondratowicz poetischen Werten (nicht unter seinem Pseudonym) erschien in 10 Bänden (Warsch. 1872). Biographien und kritische Studien üÜber ihn verfaßten Kraszewfki (Warsch. 1863),