Slowaeki (Jul.), ausgezeichneter poln. Dichter, Sohn des durch seine ästhetischen Schriften in der poln. Litteratur bekannten wilnaer Professors Eusebius S., wurde 23. Aug. 1809 in Krzemieniec geboren und auf der Universität zu Wilna ausgebildet. Er nahm Anteil an dem poln. Aufstande von 1830, und gehörte zu der Gesandtschaft, welche in Paris und London Beihilfe für denselben vermitteln sollte. Die Rückkehr ward ihm untersagt und er lebte, nachdem er Europa und den Orient durchstreift, in Frankreich, namentlich in Paris. Von seinen zahlreichen dichterischen Werken sind hervorzuheben: die epischen Dichtungen Vmija, CJan Bieleckio, Mnicho, Arabo, (Der Vater der Pestkrankeno (deutsch von Stahlberger, Krak. 1872), niowskiv; auf dem Gebiete der Lyrik die schöne Nodlle „In der Schweize (deutsch von Kurtzmann, Ipz. 1880); die dramatischen Dichtungen «Mindowev, Maria Stuarto (deutsch von Drake, Berl. 1847, und German, Lpz. 1880), Balladynao (deutsch von German, Krak. 1882), Lilla Wenedav (deutsch von Rischka, Jaroslaw 1881),Mazepav, Kordjano, „Ksiadz Marek v. In den meisten dieser in hinreißender Sprache abgefaßten bilderreichen Dichtungen liegt etwas Dämonisches. Es ist die Kehrseite des Menschen⸗ und Völkerlebens, die Ironie des Schicksals, die den Grundgedanken seiner Darstellungen ausmacht. S. wurde wegen dieser seiner pessimistischen Richtung von Mickiewicz oder Satan der Dichtkunsto genannt. Er gesellte sich endlich zu der Sekte Towianskis, verfiel in Mystizismus und starb 3. April 1849 zu Paris. Eine Sammlung seiner Dichtungen erschien nach seinem Tode (Pisma, 4 Bde., Lpz. 1875). Sein Leben hat Malecki (2 Bde., Lemb. 1867) beschrieben.