Szaß-Szalathna oder Klein-Schlatten ist ein deutsch-rumän. Dorf im Großkokelburger Komitate mit 680 E. Szalay (spr. Sala⸗, Ladislaus von), ungar. Geschichtschreiber, geb. 18. April 1813 in Ofen, studierte in Pest Jurisprudenz und wurde 1833 Advokat, beschäftigte sich jedoch ausschließlich mit histor. polit. und rechtswissenschaftl. Studien. Seit 1837 suchte er in der Zeitschrift „Themiso die modernen Rechtsanschauungen in Ungarn zu verbreiten, fand aber nur geringen Anklang. Von einer Reise durch Europa zurückgekehrt, schrieb er 1840 die Schrift besonderer Rücksicht auf die Strafgerichte), infolge deren er Mitglied und Schriftführer der vom Reichstage zur Ausarbeitung eines Strafcodex entsendeten Kommission wurde. Als solcher hatte er nächst Deak den größten Anteil an jenem Strafcodex-Entwurf, den Mittermaier für den besten in Europa erklärte. Gleichzeitiggab S. die cBudapesti Szemle- (Budapester Revuer, 2 Bde.) heraus, in welcher die polit. Reformideen gründlich erörtert wurden. Nach Kossuths Rücktritt vom Pesti Hirlapo übernahm S. 1844 (bis Juli 1845) die Redaction des Blattes, dessen Mitarbeiter er bis Mitte 1848 blieb. Seine Abhandlungen, in welchen er besonders die Centralisation der Verwaltung und Reform des Komitatswesens urgierte, erschienen 1847 gesammelt als Publizistische Arbeiten» (2 Bdeh. Meisterhaft nach Inhalt und Form ist sein Werk »Stätusférfialc Pest 1847—52). Die ungar. Regierung ernannte S. im Sommer 1848 zu ihrem Gesandten bei der deutschen Centralgewalt in Frankfurt, von wo er im Oktober in gleicher Eigenschaft nach London ging, hier aber nicht als ungar. Gesandter anerkannt wurde. S. begab sich hierauf in die Schweiz, wo er die Akten uber seine deutsche Gesandtschaft veröffentlichte Zür. 1849) und sich ausschließlich histor. Studien zuwandte, deren bedeutendste Frucht die Bd. 1—6, Pest 1850 —63; deutsch von Wögerer, Bd. 1—3, Pest 1866—75) ist, an deren Vollendung ihn jedoch der Tod hinderte. Er starb 17. Juli 1864 in Salzburg. S. gab auch Varancsics' sämtliche Werke heraus und schrieb noch: „Die serb. Kolonien in Ungarno (deutsch, Lpz. 1862), Eszterhäzy Mikloso (4Graf Nik. Esterhäzy von Galantha, Palatin von Ungarn, 2Bde., Pest 1862—66), (Jänos kiräly és a diplomatiad (König Johann und die Diplomatiev, Pest w1858-60), Magyar történelmi emlékek o (&Ungarische histor. Denkmälerv, 5 Bde., Pest 1856—65) u. a. Vgl. Flegler, «Erinnerungen an Ladislaus von S. v (Lpz. 1866). Szamos (spr. Samosch), Fluß in Siebenbürgen und Ungarn, entsteht aus der Vereinigung der Großen und Kleinen S., die bei Dees ineinanderfließen. Die Große S. entspringt im Bistritzer Kreise; die Kleine S. hat wieder zwei Quellbäche: die Kalte und die Warme S. Der Fluß sammelt die fließenden Gewässer des nördl. Siebenbürgen, führt dieselben im westl. Laufe (500½ km) dem ungar. Tieflande zu und mündet bei Nämery in die Theiß. Von Szathmär bis zur Mündung (98,61 km) ist der Fluß für Ruderschiffe und Flöße fahrbar. ö Szamos-Ujvär, königl. Freistadt in Siebenbürgen, Komitat Szolnok-Doboka, Station der Szamosvölgyer Eisenbahn (Linie Apahida-Dees), zählt (1880) 5317 E., Magyaren, Rumänen und Armenier, ist Sitz eines Stuhlrichteramts, eines griech.⸗kath. Bischofs und Konsistoriums und hat ein armen. Gymnasium. Die Stadt wurde erst 1726 von den hier angesiedelten Armeniern neu erbaut. dessen Stammregister sich urkundlich bis in die Mitte des 16. Jahrh. hinein verfolgen lassen. 7 Georg S. und dessen Gattin Anna Aszonyfalvy nwerden als die Stammeltern genannt. Schon ihr d Enkel, Andreas S., erscheint als Obergespan des h.Raaber Komitats. Von da an begegnet man den t Mitgliedern dieser Familie zahlreich unter den t höhern geistlichen und weltlichen Würdenträgern e des Landes. Das Baronat erhielt die Familie im J. 1690, die Grafenwürde im J. 1722. Von den einzelnen Mitgliedern sind zu erwähnen: Graf Anton S. (geb. 1802), k. k. Geheimrat und seit 1880 Oberst-Stallmeister des Königreichs Ungarn. — Graf Géza S., Sohn des vorigen (geb. 17. Sept. 1828), ist seit 1873 Gouverneur von Fiume. Graf Franz S. (geb. 13. Jan. 1804) war als leidenschaftlicher a Magnetiseuro bekannt und verfaßte über den Vitalmagnetismus, Somnambulismus, Magnetotherapie u. s. w. mehrere Schriften in deutscher und franz. Sprache. Peter S. (gest. 1699), eine geschichtlich denkwürdige Person, war wiederholt Gegenstand der Dichtkunst. Er zeichnete sich in den Kriegen gegen die Türken aus, geriet verwundet in die Gefangenschaft und Gewalt des Hamsabeg, der ihn grausam mißhandeln ließ. Endlich wurde er gegen Austausch befreit und nahm wieder an den Kämpfen gegen die Türken Anteil. Er war auch bei der Wiedereroberung Ofens (1686) zugegen. Damals fiel Hamsabeg in der Christen Hände. Der Herzog von Lothringen übergab den Gefangenen an S., der ihm jedoch großmütig Leben und Freiheit schenkte. S. wurde Obergespan des Wieselburger Komitats, später Judex curiae und Reichsbaron. Graf Julius S., ungar. Staatsmann, geb. 1. Nov. 1832, trat im Landtage von 1861 als Mitglied der Deak-Partei auf, wurde 1865 in die Siebenundsechziger-Kommission, die den Ausgleich mit Osterreich vorbereitete, gewählt, nachher Obergespan-Stellvertreter, königl. Kommissar, Ministerialrat im Ministerium des Innern, 1870 Staatssekretär im Kommunikationsministerium, 1873 übernahm er das Portefeuille des Ministeriums des Innern, das er im J. 1875 niederlegte, im Dez. 1878 wurde er Finanzminister, welchen Posten er noch bekleidet. S. ist seit 1875 k. k. Wirkl. Geheimrat und seit 1879 Ritter des Goldenen Vlieses.